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Die Abrichtung & Erziehung zum Sklaven | Erotischer Ratgeber

von

Dieses E-Book entspricht 128 Taschenbuchseiten

Einen geliebten und sexuell begehrten Menschen zum perfekten Sklaven abrichten: Muss das ein erotischer Wunschtraum bleiben oder kann man diese Fantasie in die Wirklichkeit umsetzen? Dieser Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, wie es geht – ohne dass es zu Missbrauch kommt und der unterwürfige Partner unfreiwillig leiden muss. Zahlreiche Tipps und Vorschläge zeigen dir, wie konsequente Erziehung im wahren Leben funktioniert.

Herzliche Grüße
Arne Hoffmann

Über den Autor Arne Hoffmann:
Arne Hoffmann, geboren 1969 in Wiesbaden, hat nach seinem Studium der Literatur- und Medienwissenschaft bereits mehrere Dutzend Sachbücher und Erzählbände zum Thema Sexualität veröffentlicht. Sein Schwerpunkt dabei ist erotische Unterwerfung. Besonders gern vermittelt er Neulingen und Anfängern die Freude an dieser und anderen ungewöhnlichen Spielarten der menschlichen Sexualität.

Die Abrichtung & Erziehung zum Sklaven | Erotischer Ratgeber

von Arne Hoffmann

Was bedeutet »Ausbildung zum Sklaven« konkret?
Die Ratgeber in dieser Buchreihe richten sich an eine Leserschaft, die von den jeweils behandelten Themen bislang nur wenig weiß. In diesem Fall gehe ich allerdings davon aus, dass dir zumindest die Grundzüge von SM-Beziehungen geläufig sind. Du kennst also beispielsweise die Unterschiede zwischen erotischen SM-Spielen und sexuellem Missbrauch, weißt, was ein Safeword ist und worauf Menschen grundsätzlich achten sollten, die solche Spiele zum ersten Mal ausprobieren möchten. Jemand, der noch überhaupt keine Ahnung von diesem Metier hat, sollte lieber nicht versuchen, mit einer Langzeitversklavung zu beginnen. Zumindest etwas Grundlagenwissen und Erfahrung mit deinen eigenen Reaktionen sowie denen deines Partners sollten bei dir vorhanden sein, bevor du dich an ein solches »Großprojekt« wagst. Anders als zum Beispiel Kindererziehung ist das schließlich nichts, bei dem du von deinen Bekannten sowie etlichen Büchern und Zeitschriften leicht Tipps und Unterstützung erhalten kannst. (Wenn du allerdings Mitglied der SM-Szene bist und über entsprechende Kontakte mit erfahrenen »Sklavenhaltern« verfügst, ist das natürlich ein Riesenvorteil.)
Auch zwischen dir und dem Menschen, den du versklaven möchtest, sollte bereits eine besondere emotionale Nähe, Verbundenheit und ein Verständnis füreinander bestehen. Eine auf lange Zeit angelegte Herr-Sklave-Beziehung ist kaum mit jemandem zu führen, den du gerade erst kennengelernt hast. Dein Sklave sollte wissen, dass er dir vertrauen kann, was sein Wohlergehen insgesamt angeht, und auch du solltest wissen, dass du dich auf ihn verlassen kannst. Es sollte klar sein, dass es sexuell und emotional zwischen euch »passt«, dass ihr in der Lage seid, auf die Bedürfnisse und das Naturell des anderen einzugehen.
Aber selbst wenn du mit deiner Partnerin schon etliche Male beim Fesseln, Auspeitschen oder ähnlichen Aktionen Spaß hattest, wirst du dich vielleicht fragen, was du dir unter ihrer dauerhaften Versklavung vorstellen sollst. Womöglich gefällt dir der Gedanke, den Kitzel dieser zeitlich begrenzten Spiele zu eurem Alltag werden zu lassen. Ein richtig klares Bild, wie das konkret für euch beide aussehen würde, hast du aber noch nicht.
Dabei könnte einer eurer ersten Schritte genau darin bestehen, dass ihr erst jeder für sich allein und dann gemeinsam ein Bild erschafft, wie ein solches Dauer-Arrangement aussehen könnte, das euch beide glücklich macht. Vielleicht stellt sich dabei heraus, dass ihr komplett unterschiedliche Vorstellungen habt, die ihr erst mal miteinander in Einklang bringen müsst. Vielleicht habt ihr aber auch gar kein klares Bild vor Augen, wenn ihr »Ausbildung zum Sklaven« hört. Schließlich werden solche Partnerschaften in Kinofilmen und TV-Serien kaum bis gar nicht gezeigt, und selbst in SM-Pornos bekommt man in der Regel nur kurze Szenen zu sehen statt eines sich über Wochen bis Jahre erstreckenden Zeitraums.
Dieses Fehlen fester Vorgaben oder Leitlinien verschafft euch allerdings auch eine grenzenlose Freiheit. Statt unbewusst schon bestimmte Bilder abgespeichert zu haben, wie eine solche Partnerschaft und der Weg dorthin aussehen sollte, könnt ihr eure eigenen Bedürfnisse viel leichter in den Vordergrund rücken. Du kannst dich mit deiner Partnerin nur jedes zweite Wochenende treffen und ihr bei diesen Begegnungen alles beibringen, was sie deiner Ansicht nach wissen sollte. Ihr könnt aber auch zusammenleben, wobei dir deine Partnerin vierundzwanzig Stunden am Tag zu dienen hat – von dem Moment, an dem sie dich morgens mit sanften Liebkosungen weckt, bis zu dem Moment, wo sie dir am späten Abend einen Schlummertrunk ans Bett bringt. Du kannst deine Partnerin vor allem zu deiner Lustsklavin und deinem lebenden Sexspielzeug ausbilden, zu einer unbezahlten Angestellten beziehungsweise einem Hausmädchen oder zu einem Gratis-Escortgirl. Du kannst das Schwergewicht darauf legen, deinen Partner so zu erziehen, dass er der perfekte Diener für dich wird, oder darauf, ihn immer sadistischeren Belastungen zu unterwerfen, mit denen er lernen muss, klarzukommen.
Der grundlegende Unterschied zu gelegentlichen SM-Aktionen miteinander besteht vor allem darin, dass ihr eure Rollen jetzt nicht mehr nur für eine kurze Zeit annehmt und danach wieder gleichberechtigt auseinandergeht. So wie ein Vater immer ein Vater sein wird, in welcher Situation er sich auch gerade befindet, wirst du in der Beziehung zu deinem Partner immer der Herr sein, sobald ihr euch einmal für diese Form der Partnerschaft entschieden habt. Ihr wechselt nicht mehr hin und her, je nachdem wo ihr euch gerade befindet und was ihr tut. Das gilt, auch wenn ihr eure spezielle Beziehung natürlich nicht überall offen auslebt, du deinen Partner also zum Beispiel nicht in der Fußgängerzone auszupeitschen beginnst. Statt nur den Kick gelegentlicher erotischer Spiele zu genießen, nehmt ihr beide die überlegene beziehungsweise untergeordnete Rolle auf Dauer an.
»All mein Handeln und Nicht-Handeln hat dem Wohlbefinden meines Herrn zu dienen«, berichtet etwa Saskia Weißer (Künstlername), die ich für eines meiner Bücher über ihr Leben als freiwillige Sklavin interviewt habe. »An dieser Latte messe ich alles, was ich tue oder lasse, auch wenn Er gerade nicht dabei ist, und daran denke ich, wenn ich vor eine Entscheidung gestellt werde. Natürlich ist es schwierig, diese Geisteshaltung im Leben konsequent beizubehalten. Ich behaupte auch nicht, dass ich keine Fehler mache. Es geht hier viel eher um eine Geisteshaltung, die geübt werden will. Und dann ... nun, Übung macht bekanntlich den Meister.«
Da diese neue Art des Zusammenlebens – selbst wenn ihr beide entsprechende Bedürfnisse habt – für euch beide sehr ungewohnt ist, ist damit ebenfalls für euch beide ein Lernprozess verbunden. Dir als dominantem Partner fällt dabei die Aufgabe zu, diesen Lernprozess zu gestalten, statt dich einfach führen lassen zu können. Diese Verantwortung wird allerdings dadurch, dass du einen zuverlässigen Sklaven gewinnst, mehr als wettgemacht.

Wozu genau du deine Partnerin anleitest, bleibt wie gesagt dir bzw. euch beiden selbst überlassen. Manche Aspekte werden wichtig für euch sein, andere vollkommen nebensächlich und uninteressant. Im Allgemeinen gibt es aber vor allem folgende Dinge, die ein Herr seiner Sklavin beibringen kann:
* das Ausüben spezieller Dienste und Verrichtungen, sei es im Haushalt, sei es als Hilfe bei deinen Hobbys oder beruflichen Tätigkeiten.


Ist eine Vollzeitversklavung überhaupt realistisch?
Möglicherweise haben die bisherigen Seiten ein wenig deinen Appetit geweckt, was die Versklavung deines Partners angeht. Womöglich bist du dir aber auch unsicher, wie weit du diese Veränderung eurer Beziehung treiben solltest. Gelegentliche SM-Spiele sind mit dem Alltag ja noch ziemlich gut vereinbar – aber wie sieht es bei einer Vollzeitversklavung aus? Funktioniert es überhaupt, deinen Partner jeden Moment seines Lebens unter Kontrolle zu haben, sodass er einen Großteil seiner Existenz darauf ausrichtet, deine Wünsche und Befehle zu erfüllen? Oder beansprucht diese ständige Kontrolle nicht auch dich dermaßen, dass sie in der Realität einfach nur nervenraubend ist und mit eurer erotischen Fantasie nichts mehr zu tun hat?
Zunächst einmal: Langfristig funktionierende Partnerschaften zwischen einem Herrn und einem Sklaven gibt es ja tatsächlich. Sie sind sogar so häufig, dass dafür eine eigene Bezeichnung existiert: 24/7-Beziehungen (24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche) beziehungsweise auf Englisch Total Power Exchange (TPE). Sarkasten behaupten sogar, dass auch bei etlichen Nicht-SM-Beziehungen einer der beiden Partner sagt, wo’s lang geht und den anderen mehr oder weniger subtil an der Leine führt.
Wenn du hier Bedenken hast, dann sind diese allerdings trotzdem berechtigt. Vielen von uns fällt es ja schon schwer, unser eigenes Leben auf die Kette zu kriegen. Und da sollen wir über das Leben eines anderen Menschen bestimmen und die volle Verantwortung dafür übernehmen, dass dabei nichts schiefgeht? Wenn man die ganze Zeit über den strengen Herrn spielen muss: Hat man dann überhaupt noch Zeit dafür, herumzugammeln oder sich anderen Freizeitbeschäftigungen zu widmen? Vielen dominanten Menschen ist die Belastung einer solchen Beziehung ein paar Nummern zu heftig und sie verzichten deshalb gern darauf. Und auch viele unterwürfige Menschen schrecken letzten Endes davor zurück, ihrem Partner die volle Kontrolle darüber zu geben, wie sie ihr gesamtes Leben zu verbringen haben.
Wenn du dich in dieser Hinsicht mit Bedenken quälst, helfen dir vielleicht folgende Tipps:
* Mach dir keinen unnötigen Knoten in den Kopf. Auch in einer 24/7-Beziehung verlangt kein Mensch von dir, dass du ständig in voller Ledermontur herumläufst und jeden einzelnen Handgriff deines Sklaven überwachst. Die Sarkasten haben gar nicht so unrecht damit, dass sich eine Herr-Sklave-Beziehung nicht extrem von einer traditionellen Partnerschaft unterscheidet, bei der einer der beiden Partner die Hosen anhat und dem anderen sagt, wo’s langgeht. Der Unterschied ist eher graduell als absolut. Unter anderem sind du und dein Partner vermutlich in die unterschiedlichsten sozialen Gruppen eingebunden – ob im Job, in der Familie oder im Freundeskreis –, wo ihr eure Herr-und-Sklavin-Konstellation ohnehin nicht voll ausspielen könnt.
* Vielleicht hilft es dir, ein realistischeres Bild solcher Beziehungen zu entwickeln, wenn du dich bei Menschen umhörst, die in solchen Partnerschaften leben. Über das Internet sind solche Konstellationen ja leicht zu finden. Du könntest hierfür beispielsweise ein großes Forum von SM-Freunden wie die »Sklavenzentrale« aussuchen und dort dein Bedürfnis äußern, Einblicke in solche Partnerschaften zu erhalten. Du kannst aber auch einfach auf Google mit Suchbegriffen wie z. B. »24/7 Forum« arbeiten oder »24/7 Erfahrungen« eingeben und dann die Trefferliste durchgehen, bis du etwas Brauchbares gefunden hast.
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Welche Aspekte kann die Erziehung zur Sklavin umfassen?
Am Inhalt des vorangegangenen Kapitels lässt sich schon erkennen, wie absurd die Vorstellung ist, ein Herr müsste eine Frau vor allem streng führen und sie oft genug die Peitsche spüren lassen, um sie zu seiner Sklavin zu machen, damit ihr jeder Gedanke an Aufmüpfigkeit vergeht. Solche Vorstellungen gehören allenfalls ins Reich erotischer Fantasien. Was von dir erwartet wird, sind ganz andere Dinge, die wiederum davon abhängen, wozu du deine Sklavin einsetzen möchtest.
Wenn sie für dich vor allem Dienstleistungen unterschiedlichster Art ausüben soll, müssen ihr diese Tätigkeiten zunächst einmal beigebracht werden, und sie muss Gelegenheit erhalten, sich darin zu üben, bis sie immer besser wird. Gut, ein Getränk servieren und andere einfache Handlungen erledigen, kann so ziemlich jeder. Wenn du aber Dienste von einer höheren Qualität erwartest, musst du deine Sklavin erst dazu anleiten. Das bedeutet, dass du selbst genau wissen solltest, was du eigentlich willst, und auch, wie es geht. Und dass du klar kommunizieren kannst und die nötige Geduld aufbringst, wenn deine Partnerin das nicht von Anfang an hinbekommt. Sollte die von euch gewählte Beziehungsform an irgendeinem Punkt scheitern, ist es sehr gut möglich, dass die Schuld daran bei dir lag und nicht bei ihr.
Das Training muss sich nicht auf Bereiche wie Einkaufen, Haushalt oder Büroarbeiten beschränken, sondern kann gut auch sexuelle Dienste umfassen. So könntest du von deiner Sklavin beispielsweise Folgendes verlangen:
* Du gibst ihr Literatur über eine bestimmte Praktik zu lesen, für die du deine Sklavin gern benutzen möchtest, beispielsweise Analsex. Deine Sklavin soll lernen, worauf man dabei zu achten hat, und sich dir dann entsprechend zur Verfügung stellen.
* Du forderst sie auf, bestimmte Techniken, zum Beispiel Massage, durch die Anleitung von Experten zu lernen, beispielsweise indem sie einen Tantrakurs oder anderweitige Seminare besucht. (Ich selbst habe meine ersten Massagetechniken in einem Volkshochschulkurs zur Bioenergetik gelernt. Es gibt hier also durchaus Möglichkeiten, wenn man ein bisschen sucht.)
* Wenn du einer Frau gern beim Strippen zuschaust, kannst du deiner Sklavin befehlen, zu lernen, wie sie sich dabei so erotisch wie möglich präsentiert. Dabei dürfte es ihr vor allem helfen, erotische Onlinevideos zu betrachten, in denen Frauen sich in aufreizender Weise ausziehen, und sich bei diesen Frauen einiges abzuschauen.
* Wenn du möchtest, dass deine Sklavin beim Oralsex immer mehr von deinem Penis in ihren Mund aufnimmt, könntest du ihr einen langen Dildo besorgen, den du wie ein Lineal mit verschiedenen Markierungen versiehst. Dann stellst du deiner Sklavin die Aufgabe, es bis zu einem festgelegten Zeitpunkt eine Markierung weiter zu schaffen als zuvor. Wie sie sich die richtigen Techniken aneignet, ist ihre Sache.
* Nachdem du deine Partnerin zu einer erstklassigen Schwanzlutscherin gemacht hast, kannst du einen Schritt weitergehen und von ihr Praktiken verlangen, die sie zuvor noch abstoßend fand, beispielsweise das Rimming, also das erotische Lecken deines Hinterns.
Gerade das letzte Beispiel leitet dazu über, dass das Erziehen eines Menschen zum Sklaven nicht allein in der Ausbildung bestimmter Fertigkeiten besteht, sondern auch auf mentaler Ebene stattfindet – in diesem Fall soll deine Sklavin lernen, bisherige Grenzen (»So etwas mache ich nicht«) schrittweise zu verschieben. Wenn sie etwas partout nicht machen möchte, also eine harte Grenze zieht, solltest du sie natürlich nicht dazu zwingen, diese Grenze zu übertreten. Das käme einer Vergewaltigung gleich. Oft handelt es sich aber nur um weiche Grenzen (»Muss das wirklich sein, das mache ich nicht so gern?«), die mit der Zeit durchaus dehnbar sind. Je mehr deine Sklavin gelernt hat, Dinge zu tun, die sie als leicht belastend oder entwürdigend betrachtet, desto eher wird sie im Lauf ihrer Erziehung bereit sein, sich zu Dingen bereit zu erklären, die von ihr noch mehr abverlangen.
Auch das ist ein wichtiger Schritt bei der Erziehung eines Sklaven. Ein unterwürfiger Mensch möchte ja eigentlich gern den Ansprüchen und Wünschen gerecht werden, die sein Meister an ihn hat. Oft steht er sich dabei allerdings selbst im Weg. Ängste, Hemmungen, vielleicht Ekelgefühle halten ihn davon ab, sich wirklich vollständig dem hinzugeben, was von ihm erwartet wird. Möglicherweise gelingt es ihm in seiner Fantasie, dich und deine Freunde bei einem gemeinsamen Treffen nackt zu bedienen, aber er scheitert an der Umsetzung, weil er die Nerven verliert, sein Schamgefühl Oberhand gewinnt und er sich schlicht nicht traut, seine Fantasie in die Tat umzusetzen. Auch auf dieser Ebene benötigt er also deine Anleitung, um ein annähernd perfekter Sklave zu werden.
Dabei machst du schon einen Schritt nach vorn, wenn es dir in solchen Fällen gelingt, herauszufinden, warum dein Sklave sich zu bestimmten Handlungen nur schwer bewegen lässt, und was ihn davon abhält. Dein Sklave muss dafür erst einmal selbst herausfinden, was genau hier eigentlich das psychologische und emotionale Hindernis darstellt, und wo es herrührt. Danach muss er in der Lage sein, es dir mitzuteilen, sodass ihr darüber sprechen und eine Lösung finden könnt. Dafür ist es notwendig, dass ihr lernt, einander zu verstehen, zu vertrauen und offen miteinander zu kommunizieren. Auch diese Ebene gehört zur Ausbildung eines Sklaven dazu. Erst wenn du verstehst, wie dein Sklave tickt, weißt du, wie du ihn dazu bringen kannst, Befehle zu befolgen, denen er sich anfangs noch verweigert hatte.
Eine weitere Ebene des Sklaventrainings ist etwas, das man in der militärischen Ausbildung und anderen Formen autoritärer Pädagogik als »Drillen« bezeichnet: Deine Sklavin lernt dabei durch stures Wiederholen die immer gleichen Handlungen so lange, bis sie ihr in Fleisch und Blut übergehen. Ab einem bestimmten Moment gehören sie einfach zu ihrem Verhaltensrepertoire oder ihrer alltäglichen Gewohnheit. Sie wird dann also ganz automatisch und ohne dass du sie erst dazu auffordern oder sie daran erinnern müsstest, jeden Satz mit »Herr« beenden, dich jeden Morgen auf dieselbe Weise wecken oder wenn ihr in der Öffentlichkeit unterwegs seid, demütig zu Boden schauen. Während es in der Pädagogik inzwischen zurecht verpönt ist, Menschen das freie und selbstständige Denken abzuerziehen, ihren Willen zu brechen und ihnen Gehorsam einzubläuen, kann das bei der Ausbildung zum Sklaven durchaus ein erstrebenswertes Ziel darstellen. Auf jeden Fall solltest du dir überlegen, in welchen Bereichen du von deiner Sklavin mechanisches Verhalten ohne eigenes Denken erwartest und in welchen Bereichen nicht. Wenn du sie zum Beispiel auch dazu ausbildest, bestimmte Aufgaben zu erfüllen, zu denen durchaus selbstständiges Denken gehört, solltest du in diesem Bereich auf eine strikte Konditionierung verzichten.


Woher weiß ich, ob das auch etwas für mich ist?
Eine 24/7-Beziehung ist also durchaus realistisch umsetzbar. Trotzdem ist dieser Lebensstil nicht für jeden gleich gut geeignet. Ob er zu dir passt, hängt vor allem von deinem persönlichen Naturell ab. Wie können du und dein Partner also am schnellsten erspüren, ob jedem von euch eine solche Form der Partnerschaft entspricht?
Egal, ob dominant oder devot: Die Sexualwissenschaftlerin und -therapeutin Dr. Gloria Brame nennt in ihrem SM-Ratgeber »Come Hither« folgende Anhaltspunkte, um die Beziehung zu finden, die einem am meisten liegt. Dass dir oder deinem Partner eine Herr-Sklave-Beziehung wohl guttun würde, merkt ihr vor allem daran, dass euch eure bisherigen, zeitlich begrenzten Rollenspiele bald nicht mehr reichen. Sie wirken auf euch nicht authentisch genug, und ihr fangt deshalb an, euch zu langweilen. Ihr habt dann das Gefühl, dass ihr mit solchen Spielen nicht zur Erfüllung eurer wahren, tiefsten Bedürfnisse vordringen könnt, als würde euch ständig nur die Vorspeise serviert und nicht das Hauptgericht.
Die Nagelprobe findet statt, wenn ihr die ersten Experimente damit macht, für einen festgelegten Zeitraum komplett in die Rollen von Herr und Sklavin zu schlüpfen. Wie fühlt ihr euch dabei? Empfindest du die Verantwortung, für deine Partnerin ein Erziehungsprogramm zu entwickeln, dieses Programm immer wieder neu anzupassen, deine Partnerin konsequent zu kontrollieren und für ihr Verhalten immer wieder zu belohnen oder zu bestrafen, als erfüllend oder als zermürbend? Erscheint es dir reizvoll oder albern, deiner Partnerin Ziele zu stecken, die sie unter deiner Aufsicht zu erreichen hat? Wird deiner Partnerin bald schon klar, dass ihr ihre persönliche Freiheit doch wichtiger war, als sie zuvor gedacht hatte? Oft nimmt man das, was man besitzt, ja als selbstverständlich und weiß es erst zu schätzen, nachdem man es verloren hat.
Eine andere Technik, die Dr. Gloria Brame zufolge als Anhaltspunkt dafür dienen kann, welche Form der SM-Beziehung euch beiden am meisten liegt, besteht darin, auf eure Stimmung nach dem Orgasmus zu achten, den ihr durch SM-Rollenspiele erfahren habt. Ist euer Bedürfnis nach Unterwerfung jetzt befriedigt, wo es nicht mehr durch sexuelle Erregung genährt wird, weshalb ihr erst mal gern wieder auf Augenhöhe Zeit miteinander verbringen möchtet? (So geht es mir zum Beispiel – ich bin offenbar kein Lifestyler.) Oder bleibt euer Bedürfnis danach, euren Partner zu beherrschen beziehungsweise von ihm beherrscht zu werden, bestehen? Wenn eure Sehnsucht nach Unterwerfung auch nach dem Höhepunkt anhält, gehört sie offenbar zu einer tieferen Schicht eurer sexuellen Persönlichkeit. In diesem Fall empfiehlt es sich, eine Versklavung für längere Zeit auszuprobieren.
Und schließlich kannst du dich auch ein bisschen daran orientieren, wie du dich allgemein im Leben verhältst, also auch in nicht erotisch geprägten Situationen. Bist du jemand, der genau weiß, was er will, und der seinen Kopf gern durchsetzt? Oder lässt du dich lieber auch mal dadurch treiben, was gerade passiert?

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