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Der weibliche Orgasmus | Erotischer Ratgeber

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Frauen stehen auf Männer, die wissen, was sie wollen, und es dann auch tun – gerade im Bett! Ich freue mich darauf, dir dabei zu helfen, dein Liebesleben zu aktivieren und zu dem Mann zu werden, nach dem Frauen sich sehnen.
Eine Frau, die in deinen Armen wieder und wieder kommt, wird so schnell nicht wieder aus deinem Bett verschwinden – und auch nicht aus deinem Leben.

Herzliche Grüße
Tina Rose

Der weibliche Orgasmus | Erotischer Ratgeber

von Tina Rose

Vagina und Co. – Objekt deiner Begierde, Objekt deiner Verantwortung
Natürlich sind dir die körperlichen Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein bekannt. Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass du noch Jungfrau sein solltest, hast du in unserer übersexten Welt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bereits zahlreiche nackte Frauenkörper gesehen. Ich verwende hier bewusst den Begriff Frauenkörper, da du – bitte glaube mir – in Pornofilmen keine echten, realen Frauen, sondern eben nur deren Hülle, deren Körper zu sehen bekommst. Trotz oder vielleicht gerade weil nackte Körper in der heutigen Zeit omnipräsent sind, möchte ich deinen Blick gezielt auf das weibliche Geschlecht lenken. Denn dieses ist mehr als nur eine Körperöffnung, derer man sich im Pornostyle bedient.
So wie kein Formel-Eins-Fahrer in ein Rennen starten würde, ohne sich die Strecke genau angesehen zu haben, so wie jeder Rallyepilot sich vor Fahrtbeginn mit dem Terrain bekannt macht, so solltest auch du dich mit deinem Einsatzgebiet vertraut machen. Nur wer das wirklich genau kennt, wird dort zu Bestleistungen fähig sein. Bei euch Männern ist es ja ganz einfach: Ihr habt nun mal einen Penis und dahinter baumeln zwei Hoden. Mehr muss frau kaum wissen, um sich unterhalb eurer Gürtellinie zurechtzufinden und euch zu befriedigen.
Bei uns Frauen ist dies natürlich mal wieder wesentlich komplexer – böse, männliche Stimmen mögen auch von komplizierter sprechen. Bei uns gilt es, zwischen den äußeren, sichtbaren Geschlechtsorganen und den inneren zu unterscheiden.
Die inneren Geschlechtsorgane
Bei den inneren Geschlechtsorganen werden Eierstöcke, Eileiter und Vagina (Scheide) unterschieden.
Vagina
Die Vagina oder Scheide an sich ist eine Art dehnbarer Schlauch von bis zu 10 cm Länge. Sie besteht aus elastischem Muskelgewebe, wodurch sie sich weiten kann, um bei der Geburt einem Kind Durchlass zu gewähren oder beim Sexualakt einen Penis aufzunehmen. Bei sexueller Erregung wird die Scheide feucht, wodurch das Eindringen deines Schwanzes erleichtert wird.
Jungfernhäutchen
Auch wenn unsere oversexte Zeit viele dazu verleitet, das Jungfernhäutchen als einen nicht real existierenden Mythos anzusehen – es gibt sie tatsächlich. Beim Hymen, wie es auch genannt wird, handelt es sich um eine feine Membran, durch deren kleine Öffnung Menstruationsblut ausfließen kann. Beim ersten Geschlechtsverkehr reißt das Jungfernhäutchen in der Regel ganz oder teilweise.
Gebärmutter
Die Gebärmutter oder auch Uterus ist der Hohlmuskel, in dem sich der Fötus entwickelt. Monat für Monat baut sich in ihrem Innern die Gebärmutterschleimhaut auf, die sich am Ende des Zyklus ablöst und zur Menstruationsblutung führt. Der schmale Teil der birnenförmigen Gebärmutter ist gegen die Scheide gerichtet, bildet den Muttermund und wird als Zervix bezeichnet.


Weiblicher Orgasmus, männlicher Orgasmus – eh alles das Gleiche?
Wissenschaftliche Untersuchungen, bei denen Männer und Frauen beschrieben, wie sie ihre Orgasmen erleben, belegen, dass beide Geschlechter dabei die gleichen Empfindungen haben. Vance und Wagner haben dies in einer Studie auf die Spitze getrieben und aus den Beschreibungen erlebter Orgasmen die Namen und Geschlechter der Berichtenden entfernt. Anschließend konnten Probanden nicht mehr feststellen, ob die Schilderung eines Orgasmus aus dem Mund einer Frau oder dem eines Mannes stammte.
Dennoch zeigen Studien vier zentrale Unterschiede zwischen den Geschlechtern:
• Anders als beim Mann können wir Frauen uns glücklich schätzen, mehrere aufeinanderfolgende Orgasmen haben zu können – dazu später jedoch mehr. ;)
• Der Orgasmus der Frau kann deutlich länger dauern als der des Mannes.


Weibliche Ejakulation – Mythos oder Wirklichkeit?
Glaubt man dem auf unterschiedlichen Videoportalen zur Verfügung stehenden Angebot an pornografischen Filmen, so ist es das Natürlichste der Welt, dass jede zweite Frau bei ihrem Orgasmus ejakuliert. Jede dritte Frau scheint, so suggeriert zumindest die Welt der Pornografie, dabei geradezu literweise Ejakulat zu verspritzen. Dazu nur so viel: Die Realität sieht anders aus!
Prinzipiell jedoch gleicht der weibliche Orgasmus in einigen Details dem männlichen:
• Auch bei uns Frauen steigert sich die Erregung bis zu diesem einen Moment, an dem es zur absoluten Ekstase kommt.
• Auch bei uns Frauen entlädt sich der Orgasmus explosionsartig.
• Auch bei uns Frauen kontrahieren die Geschlechtsorgane wellenförmig.
Während diese Kontraktionen bei euch Männern jedoch dazu führen, dass ihr in meist mehreren Schüben euer Sperma verspritzt, ist dies bei den meisten von uns nicht der Fall. In erster Linie produzieren wir während des Geschlechtsakts eine klare Flüssigkeit, die als Gleitmittel für unsere Vagina fungiert, auf dass ihr besser eindringen und wir reibungslos, schmerzfrei und ab und an auch etwas schneller und heftiger ficken können.
Allerdings stoßen manche Frauen beim Kommen aus ihrer Harnröhre auch Flüssigkeit aus – das ist es, was man oder auch frau als weibliche Ejakulation bezeichnet. Anders als von manchen vermutet, handelt es sich dabei nicht um Urin. Viele Frauen, die im Moment des Orgasmus bewusst oder unbewusst ihre Blase entleeren, verwechseln dies. Tatsächlich unterscheidet sich die Zusammensetzung des weiblichen Ejakulats ganz signifikant von Urin. Ob eine Frau bei einem Orgasmus überhaupt derart ejakuliert, scheint bisher unabhängig von äußeren Faktoren zu sein. So existieren eben Exemplare der Gattung Frau, die niemals eine Ejakulation haben werden, solche bei denen der Orgasmus von Zeit zu Zeit von einer Ejakulation begleitet wird, und solche, bei denen dies die Regel ist.
Das heißt für dich als unseren Lustbereiter Folgendes:
• Wenn deine Partnerin von Zeit zu Zeit eine Ejakulation hat und du unglaublich darauf abfährst: Freu dich über die Situationen, in denen dies stattfindet, verzichte aber darauf, es gezielt herbeiführen zu wollen.


Der weibliche Orgasmus – deine Berufung!
Ja, mir ist natürlich klar, dass du als Mann in konkreten Ursache-Wirkungszusammenhängen denkst. ;) Leider muss ich dich da enttäuschen: Als Krone der Schöpfung funktionieren wir Frauen etwas anders als der technische Schnickschnack in deiner Werkstatt, bei dem du nur die richtigen Knöpfe drücken, das Werkzeug im passenden Winkel ansetzen und den richtigen Druck ausüben musst, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.
Vermutlich kennst du Ähnliches auch von deinem eigenen Orgasmus: Auch dieser stellt sich mit einigen wenigen Ausnahmen immer dann ein, wenn du selbst oder deine Partnerin dein bestes Stück besonders gut behandelt. Kerzenschein, knisternde Erotik und romantische Stimmung sind hier definitiv keine zwingenden Voraussetzungen – im Gegensatz zu mechanischer Bewegung.
Bei uns Frauen jedoch ist der Orgasmus keine logische Konsequenz der korrekten mechanischen Behandlung unserer Vagina. Wir funktionieren eben anders! Das heißt, für uns müssen viele Faktoren zusammenkommen, damit wir kommen können. Um es für dich noch etwas komplizierter zu machen, hat Aphrodite, die Göttin der Liebe und der Lust, zusätzlich dafür gesorgt, dass dieses Zusammenspiel einzelner Faktoren und Bedingungen von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein kann.
Im Folgenden eine Aufzählung einzelner Faktoren, die vielen Frauen dabei helfen, einen Orgasmus zu erleben:
• romantische, sinnliche Atmosphäre
• Kerzenschein, Musik, ein Gläschen Sekt
• angenehme Wohlfühlumgebung


Geheimnis G-Punkt
Ja, wir Frauen sind ein Mysterium. Und ja, auch unsere Sexualität ist ein Geheimnis. Doch um keinen Aspekt unserer Persönlichkeit, um keine Stelle unseres Körpers ranken sich mehr Geheimnisse als um den berühmten G-Punkt. Generationen von Männern haben sich auf die Suche gemacht, diesen Zauberort zu finden, dessen Stimulation der Frau den sofortigen, vollkommenen Orgasmus schenken würde.
Der G-Punkt hat Schriftsteller inspiriert und Männer und Frauen auf der Suche nach ihm verzweifeln lassen. Man könnte den G-Punkt wohl auch in den heiligen Gral der Sexualität umbenennen. Ob du ähnlich dem unwiderstehlichen Harrison Ford in Indiana Jones fündig wirst, steht jedoch auf einem anderen Blatt.
Natürlich klingt die Existenz eines solchen Punktes auf den ersten Blick verführerisch – auf den zweiten Blick jedoch auch sehr ernüchternd: Unsere Emotionen, unsere Beziehung und unsere Gefühle zu dem uns verwöhnenden Mann sowie unsere körperliche und seelische Verfassung sollen ebenso irrelevant sein wie soziale und kulturelle Einflüsse und Prägungen?
Ernsthaft: Ein Knopf, auf den man(n) einfach nur drückt, um bei der Frau Leidenschaft und letztendlich einen Orgasmus zu erzeugen, kann doch wohl nicht einmal im Sinne von euch Männern sein. Für alle von euch, die bislang noch nicht auf einen solchen Ort gestoßen sind, habe ich beruhigende Nachrichten: Die Wissenschaft zweifelt seine Existenz mehr als nur ein bisschen an!
Der G-Punkt aus wissenschaftlicher Sicht
Erste Hinweise auf die Existenz eines besonders empfindlichen Gebietes an der oberen Wand der Vagina finden sich bereits im altindischen Kamasutra, einer Abhandlung über das menschliche Sexualverhalten, die zwischen dem ersten und sechsten Jahrhundert nach Christus geschrieben wurde.
Aber auch in – mehr oder weniger – jüngerer Vergangenheit ist davon die Rede. Im 17. Jahrhundert beispielsweise beschreibt der Arzt Reinier de Graaf einen besonders empfindlichen, erogenen Bereich in der Vagina. Wird dieser stimuliert, führt er angeblich zu einem besonders intensiven Orgasmus und kann bei der Frau (in der Literatur ist teilweise die Rede von jeder Frau) angeblich sogar eine starke Ejakulation hervorrufen.
Auch im 20. Jahrhundert, als einerseits die Prüderie vergangener Zeiten langsam, aber sicher überholt war und andererseits große Fortschritte in den Wissenschaften gemacht wurden, stand für viele Forscher und Forscherinnen das Wesen weiblicher Erregung im Mittelpunkt des Interesses. Man versuchte fortan, Quelle und Beschaffenheit des sexuellen Vergnügens der Frau zu verstehen.
...
Der weibliche Orgasmus
Begriffsklärung, Annäherung ;)
Nein, keine Angst. An dieser Stelle erwartet dich keine ausführliche wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der schönsten Sache der Welt. Aber so ein klein bisschen möchte ich schon abklären, worüber wir sprechen, wenn die Rede vom Orgasmus ist. Dieser lässt sich wie folgt definieren:
„Orgasmus, der Höhepunkt der sexuellen Erregung, dem ein Gefühl einer sehr angenehmen Entspannung folgt.“ (Kompaktlexikon der Biologie, 2001)
„Definition Orgastische Entladung: Durch genügend starke sexuelle Erregung ausgelöstes, reflektorisches Geschehen mit einer bis mehreren rhythmischen Kontraktionen der Beckenboden- und Abdominalmuskulatur, gefolgt von einem Rückgang der Vasokongestion und einem Absinken des Muskeltonus.“ (Bischof, 2008)
Da, wie später noch zu klären sein wird, nicht wenige Frauen Probleme haben, zum Orgasmus zu kommen, sollen an dieser Stelle auch zwei häufig vorkommende, häufig miteinander verwechselte Störungen geklärt werden:
Anorgastie bedeutet, dass keine orgastische Entladung möglich ist.
Anorgasmie hingegen bedeutet, dass eine Entladung zwar möglich ist, diese jedoch nicht als genussvoll erlebt wird.
Spielarten des weiblichen Orgasmus
Ja, natürlich – als Mann kennst du natürlich nur eine Form des Orgasmus. Der Druck im Kessel steigt an … und steigt an … und steigt an, bis das Ganze überkocht und sich ein Orgasmus in Form mehrerer Liter Sperma entlädt, das in unzähligen Schüben meterweit durch die Wohnung spritzt. So zumindest die Schilderung des ein oder anderen Westentaschenmachos. Aber auch wenn du selbstverständlich nicht zu dieser Sorte Mann gehörst, unterscheidet sich dein Orgasmus vermutlich deutlich von dem einer Frau.
Am besten, wir fangen ganz am Anfang an und erklären dir erst einmal die unterschiedlichen Formen des weiblichen Orgasmus. Von diesen gibt es nämlich theoretisch drei Varianten, und ganz so einfach ist das mit uns Frauen nicht: Denn die unterschiedlichen Arten des weiblichen Orgasmus sind eines der Themenfelder, bei denen wissenschaftliche Erkenntnisse und Empfindungen/Erfahrungen von uns Laien besonders stark auseinandergehen. Während viele Studien zu der Erkenntnis kommen, dass es nur den einen weiblichen Orgasmus gibt, schwören viele Frauen Stein und Bein, dass es für sie persönlich einen deutlichen Unterschied zwischen vaginalem und klitoralem Orgasmus gibt. Um die Verwirrung nun perfekt zu machen, sei darauf hingewiesen, dass außerdem in der ein oder anderen Studie zusätzlich noch der zervikale Orgasmus beschrieben wird.
• Von einem vaginalen Orgasmus ist dann die Rede, wenn dieser durch die Stimulation der Vagina verursacht wird.
• Bei einem klitoralen Orgasmus hingegen wird vor allem die Klitoris stimuliert.
• Zur eher unbekannteren Variante des zervikalen Orgasmus kommt es – du wirst es dir vermutlich schon denken –, wenn der Zervix der Dame stimuliert wird. Jetzt aber schnell im vorherigen Kapitel nachblättern, was die Zervix noch mal war. ;)
In wieweit sich diese drei Spielarten des Orgasmus in Wissenschaft und Alltag tatsächlich unterscheiden, ist für dich als Praktiker eher unwichtig. Wichtig für dich ist zu erkennen, auf welche Stimulierung deine jeweilige Partnerin anspricht.


Und? War’s für dich auch schön? Den weiblichen Orgasmus erkennen
Auf den ersten Blick mag dieser Unterpunkt etwas seltsam erscheinen, denn den Orgasmus des Partners oder der Partnerin sollt man doch nun wirklich erkennen. Leider gilt dies nicht für jeden Mann beziehungsweise für jede Frau – über oftmals gefakte Orgasmen will ich gar nicht erst reden. Wer dies einmal in Perfektion erleben möchte, sollte sich den Filmklassiker Harry und Sally ansehen.
Hier einige Hinweise darauf, dass es dir gelungen ist, deiner Frau einen Orgasmus zu bescheren:
Bei einigen Frauen zeigt sich der Orgasmus, indem …
• sie anfangen zu zucken,
• sie nach dem Zucken in sich zusammenfallen,
• sie besonders feucht werden,
• die Muskeln – in diesem Fall die an der Vagina – sich ähnlich wie bei einem Mann schnell kontrahieren und wieder entspannen.
Ein weiterer guter Hinweis auf den Orgasmus der Partnerin ist auch das Gefühl, die Kontrolle über ihren Körper zu verlieren.


Multiple Orgasmen – Wo wir Frauen euch (auch noch) überlegen sind!
Einer meiner ehemaligen Liebhaber war ein ganzes Stück jünger als ich. (Vielleicht folgt ja irgendwann noch ein Ratgeber, wie wir Frauen uns einen jungen Lover ins Bett holen und ihn dauerhaft von uns sexuell abhängig machen.) Neben seinem knackigen Körper – zu allem Überfluss studierte er auch noch Sportlehramt und nahm recht erfolgreich an Triathlonwettkämpfen teil – war seine Fähigkeit, mehrmals kurz nacheinander zu kommen, seine größte Stärke.
Als wir das erste Mal im Anschluss an einen richtig amüsanten Abend miteinander im Bett landeten, geschah Folgendes: Nach unserem Vorspiel und einem wirklich sehr befriedigenden Geschlechtsakt zog er sich aus meiner Scheide zurück und nahm das Kondom ab, um mir auf die Brüste zu spritzen. Keine zwei Sekunden später jedoch begann er, an seinem Geldbeutel zu nesteln. Ich wunderte mich, wozu das jetzt führen sollte und ob er mir jetzt in der Romantik der zerwühlten Bettlaken Fotos seiner süßen, kleinen Hundewelpen zeigen wollte, als er ein zweites Kondom herausholte. Freudig überrascht war ich, als er dies über sein noch immer (oder schon wieder?) erigiertes Glied streifte und mich auf den Bauch drehte, um mich nun von hinten zu nehmen.
Weshalb ich dies erzähle? Weil dieses Prachtexemplar der Gattung Mann erfahrungsgemäß die Ausnahme ist.


Leider Gottes – Problemfall weiblicher Orgasmus
Wie ich zu Anfang dieses Kapitels bereits angedeutet habe, gibt es mehr Frauen, die Schwierigkeiten haben, zum Orgasmus zu kommen, als du dir vielleicht vorstellen kannst. Daran ist in vielen Fällen ausnahmsweise einmal nicht der Mann schuld. Aber werfen wir zunächst einen Blick auf die Statistik:
• Die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung führt an, dass nur jede dritte deutsche Frau (33 Prozent) beim Sex regelmäßig zum Orgasmus kommt – etwas, dass du als Mann dir vermutlich gar nicht vorstellen kannst.
• Eine Studie von Lehmann belegt, dass nur 4 Prozent aller Frauen durch eine ausschließlich vaginale Stimulation – beispielsweise durch bloße Penetration – zum Orgasmus kommen.
• durch eine rein klitorale Stimulation kommen immerhin 30 Prozent zum Orgasmus. Am sichersten kommen Frauen laut einer vom Kondomhersteller durex durchgeführten Studie, wenn sie sowohl klitoral als auch vaginal stimuliert werden.
• Insgesamt wurde in mehreren Studien festgestellt, dass mehr als 10 Prozent aller Frauen entweder unfähig sind, einen Orgasmus zu erleben oder aber noch nie einen erlebt haben.


Der G-Punkt aus weiblicher Sicht
Spannend finde ich persönlich eine Studie aus Nordamerika, an der über 1.000 Frauen teilnahmen. Diese wurden nach ihrem Sexualleben sowie nach der Existenz eines G-Punkts befragt. Die Untersuchung brachte zutage, dass mehr als jede achte Frau überzeugt ist, in ihrer Vagina befinde sich ein besonders empfindlicher Bereich, dessen Stimulation ihr angenehme Gefühle verschafft. Angesichts dieses hohen Wertes ist es erstaunlich, dass nur 65 Prozent der befragten Frauen angeben, aufgrund der Stimulation eben dieses Bereiches bereits einmal einen Orgasmus gehabt zu haben. Darüber hinaus wurden den Teilnehmerinnen im Rahmen der Studie mehrere anatomische Zeichnungen vorgelegt, auf denen sie diesen empfindlichen Bereich, den G-Punkt, lokalisieren sollten. Insgesamt kommt die Studie zu keinem klaren Ergebnis. Weder kann sie die Existenz des G-Punkts belegen noch kann sie diese widerlegen.
Auch Zwillingsstudien liefern keine eindeutigen Ergebnisse. Burri et al. gelingt es zumindest wissenschaftlich aufzuzeigen, dass die Existenz eines solch empfindlichen Bereichs nicht von Erbfaktoren abhängig ist. Als Nebeneffekt legt diese Studie die Vermutung nahe, dass die tatsächliche Existenz eines anatomischen G-Punkts unwahrscheinlich ist. Denn selbst Frauen, die von seiner Existenz an der Vorderwand ihrer Vagina überzeugt sind, bevorzugen noch immer die Stimulation ihrer Klitoris, um zum Orgasmus zu kommen.
All diese wissenschaftlichen Erkenntnisse betrachte ich als Laie jedoch sehr positiv: Diesen Studien zufolge sind wir Frauen eben doch mehr als lediglich Roboter, bei denen es die richtigen Knöpfe zu drücken gilt, um die passende Reaktion – in diesem Fall den Orgasmus – hervorzurufen.
Nachdem seit jeher davon ausgegangen wird, dass der G-Punkt an der oberen hinteren Wand der Vagina liegt, haben Wissenschaftler diese Zonen des weiblichen Körpers genau analysiert. Leider sind ihre Ergebnisse wie so häufig in der Wissenschaft nicht eindeutig: Kommen die einen Studien zu der Erkenntnis, dass die als G-Punkt bezeichnete Region tatsächlich mehr Nerven aufweist als Nachbarregionen, sagen andere Studien das Gegenteil.
Und jetzt? Was lernen wir daraus?
Wie lautet die Erkenntnis für dich? Was nimmst du mit für deine Entwicklung zum perfekten Liebhaber? Zunächst einmal solltest du dir darüber im Klaren sein, dass der G-Punkt ein Mysterium ist und noch lange bleiben wird. Prinzipiell ist es jedoch auch egal, wo und wie du die Dame deiner Wahl stimulierst. Wichtig ist nur, dass sie dies genießt und sich dabei der Lust vollkommen hingeben kann.
Das bedeutet: Wenn eine Frau dir das nächste Mal verschwitzt, schwer atmend und mit hochrotem Kopf mitteilt, du hättest genau ihren G-Punkt gefunden und stimuliert, dann genieße den Moment – wohl wissend, dass ein solcher Punkt aus rein anatomischer Sicht wohl eher nicht existiert. Eine Diskussion darüber anzufangen katapultiert dich schnell vom Rang des perfekten Liebhabers auf den eines vor die Türe gesetzten Männchens, das noch verzweifelt seine Schuhe anzuziehen versucht, während die Stimmen im Treppenhaus bereits peinliche Begegnungen ankündigen. Es bedeutet aber auch, nicht krampfhaft nach einem solchen Punkt zu suchen und die Frau liebevoll zu bremsen, wenn sie auf der Suche nach einem solchen verzweifelt.

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