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Noch immer gierig & unersättlich | Erotische Geschichten

(1)

von

Dieses E-Book entspricht 224 Taschenbuchseiten

Fünf Frauen – fünf heimliche Sehnsüchte. Begleiten Sie sie auf dem Weg ihrer Erfüllung!
Die alte Jugendfreundin, die sich vor Lust auf ihren Freund verzehrt.
Die Professorin, in der mit einem Studenten ungeahnte Geilheit erwacht.
Die Touristin, deren hemmungsloseste Begierde von zwei Pflegern befriedigt wird.
Die potenzielle Geliebte, die zum Beweis seiner Leidenschaft in einer geilen Jagd durch den Wald getrieben wird.
Und die schüchterne Mieterin, die zum voyeuristischen Lustobjekt eines älteren Bauarbeiters wird.
Welche heiße Fantasie lässt Ihre Hemmungen fallen?

Noch immer gierig & unersättlich | Erotische Geschichten

von Amy Walker

Nur mit engen Badeshorts bekleidet steht er da und grinst jungenhaft charmant in die Kamera. Er war damals im Schwimmteam unserer High-School und war wohl gerade erst aus dem Wasser gestiegen. Wassertropfen glitzern auf seinem durchtrainierten, nackten Oberkörper und rinnen durch die Täler seines muskulösen Bauches. Unter der engen Badehose lässt sich nicht nur erahnen, dass er prächtig ausgestattet sein muss.
Das dumpf dahinbrodelnde Gefühl in meinem Bauch weicht einem heißen Verlangen im Unterkörper. Nur zu gut kann ich mich auch ohne die Aufnahme vor meiner Nase daran erinnern, wie verdammt sexy er nach seinen Wettkämpfen immer aussah – wie er trotz körperlicher Erschöpfung vom Kampf um den Sieg energiegeladen und gespannt wie eine Feder aus dem Wasser stieg. Sein dunkles Haar war wie auf der Fotografie noch nass und stand sexy verstrubbelt von seinem Kopf ab – ganz so, als hätte er ein paar leidenschaftliche Stunden im Bett verbracht und seine Gespielin sich in purer Ekstase durch sein Haar gewühlt.
Genüsslich sauge ich die bildgewordene Erinnerung in mich auf und betrachte jedes Detail – seinen einladenden Mund, die dunklen Härchen auf seiner Brust und die feinen Lachfältchen in seinen Augenwinkeln, die sich im Laufe der Jahre etwas vertieft haben. Am meisten bannt mich jedoch der Ausdruck in seinem Blick. Das Funkeln in seinen Augen, das erahnen lässt, dass er noch genügend Power für einen weiteren Wettkampf hätte – für eine weitere heiße Stunde im Bett. Unwillkürlich muss ich seufzen, als ich spüre, wie es verlockend an meinen Schamlippen kitzelt. Die ganze Szenerie und die Reaktionen meines Körpers darauf sind mir vertraut und nehmen dem bitteren Gefühl, Cameron nach all der Zeit nicht mehr wirklich zu kennen und ihn auf diese Weise irgendwie noch einmal zu verlieren, wenigstens etwas die Schärfe. Seit er wieder da ist, fühle ich mich nicht nur körperlich hypersensibel. Konnte ich mich in den letzten Jahren mit dem Gedanken trösten, dass ich es meinen pubertierenden Hormonen zu verdanken hatte, mich mit körperlichem Schmerz nach Cameron zu sehnen, muss ich mich nun der Realität stellen.
Die Pubertät habe ich zweifelsohne hinter mir, trotzdem fühle ich zwischen meinen Schenkeln rohe Lust. Stärker als je zuvor will ich die Frau sein, die sich laut stöhnend in sein Haar krallt, während er mit heftig zuckenden Hüften in sie stößt. Die Liebhaberin, die seine Ausdauer auf die Probe stellt, während sie sich von ihm von einem Höhepunkt zum nächsten treiben lässt, auf alle erdenklichen Arten – mit Zunge, Händen und seinem Schwanz tief in sich. In allen möglichen Stellungen – hilflos unter seinem schweren Körper begraben, schnell reitend auf ihm und sich gierig windend vor ihm, während er sie an den Hüften hält und von hinten nimmt.
Die Fantasiebilder sind so eindringlich, dass ich mir einbilde, noch immer seinen Duft zu atmen und die Wärme seiner Haut an meinen Lippen zu spüren. Hätte ich es vorhin gewagt, ihn zu küssen, hätte ich meine Finger genüsslich in sein Haar geschoben, ihn zur Couch dirigiert und mich mit gespreizten Schenkeln auf seinem Schoß niedergelassen …
Hitze rast durch meine Adern und sinkt heiß glühend in meinen Schoß. »Hör auf damit«, schimpfe ich mich selbst. Ich sollte mich nicht derart bereitwillig in die heißen Tagträumereien meiner Teenagerjahre stürzen. Doch schon der Anblick seines nassen Haares auf dem Foto setzt meine Vernunft, die zur Geduld mahnt, außer Gefecht.
Er trägt es jetzt kürzer, doch ich bin mir sicher, dass es sich hervorragend zwischen meinen Fingern anfühlen würde, wenn ich sie darin versenkte, während ich mich so lange an ihm riebe und ihn hart werden ließe, bis er es nicht länger aushalten würde. Er würde mich ausziehen, schnell und ungeduldig – mir die Kleider vom Leib reißen, anstatt sie ordentlich aufzuknöpfen und herunterzustreifen. Und dann würde er sich mit Schwung umdrehen, mich unter seinen kräftigen Körper zwingen und sich auf mich legen. Mich trotz des rohen Verlangens, das in seinem Körper wütet, gefühlvoll küssen …
Automatisch lecke ich mir über die Unterlippe. Mein Hirn spult die Bilder ab, die ich mir schon so oft vorgestellt habe: Cameron und ich nackt im Bett. Während er mich leidenschaftlich und kraftvoll nimmt und sich mit tiefen Stößen in mir versenkt, beteuert er wieder und wieder, dass er mich liebt.
Mein Puls rast und die Muskeln in meinem Innern krampfen sich begehrlich nach dem ersehnten Reiz zusammen. In meiner Klit pocht ein wildes Verlangen – nicht nach zärtlichem Liebemachen mit der Liebe meines Lebens, sondern nach einer unkontrollierten, zügellosen Inbesitznahme. Er soll mir nicht nur sagen, dass ich zu ihm gehöre, er soll es mir zeigen, indem er meine Hände über meinem Kopf auf der Unterlage festpinnt und mich fickt, als gäbe es nichts Wichtigeres auf der Welt.
In meinem Schoß brennt es, es fühlt sich an, als würde meine Haut Feuer fangen und die Hitze wie glühende Lava zwischen meinen Schenkeln zusammenfließen. Heftig atmend wende ich mich von der Bildergalerie ab. Wenn ich mir die Fotos noch länger anschaue, schiebe ich mir gleich jetzt und hier die Hände in die Hose. Von wegen: geduldig abwarten, auf meine Gefühle und meine Bedürfnisse achten und nichts überstürzen! Himmel, wäre Cameron jetzt noch hier, hätte ich mich eindeutig nicht mehr im Griff.
Ich will Cameron, aber Fakt ist auch, dass er mich verletzt und im Stich gelassen hat. Egal wie geil mich die Vorstellung von ihm und mir macht, er hat etwas zwischen uns kaputtgemacht. Damals. Es wäre einfach, mich daran festzuklammern, dass es ihre – Cynthias – Schuld war. Doch er hat zugelassen, dass sie sich zwischen uns drängte und die von mir erträumte gemeinsame Geschichte kurzerhand umschrieb. Der Sturm in meinem Körper wird zum Orkan und unter die Erregung mischt sich Wut, die sich mit einem unglaublichen Druck in mir festbeißt. Hätte sie im letzten Semester doch nur nicht an unsere Schule gewechselt …
Als ich vierzehn wurde und plötzlich bemerkte, wie sehr mein ehemaliger Sandkastenfreund mich zu erregen vermochte, war da manchmal diese Verlegenheit zwischen uns, als würden wir uns bewusst, dass wir nicht nur Freunde, sondern auch Mann und Frau sind … Es war eine zarte, schüchterne Anziehung, die viel zu zerbrechlich war, um stürmisch darauf einzugehen. Es dauerte Jahre und meine Ungeduld wuchs, doch niemals hätte ich es gewagt, Cameron zu gestehen, was er in mir auslöste. So wie er mit mir umging, stand für mich jedoch fest, dass er eines Tages erkennen würde, dass wir zusammengehören. Es ist schwer zu beschreiben, aber wenn wir zusammen waren, schien es, als wäre Cameron mir immer einen Schritt voraus und wüsste, was ich brauche, ehe ich es auch nur ahnte. Er ging vorsichtig und bedacht mit mir um, und eben das schürte meine Hoffnung, auch er spüre, dass wir zu mehr bestimmt sind. Doch einer hätte die Grenze überschreiten müssen, die uns noch trennte, und ich habe darauf gewartet, dass Cameron es tun würde. Als der Abschluss näher rückte, schien auch der Zeitpunkt der Entscheidung immer näher zu kommen. Und dann tauchte Cynthia auf …
In meinem Kopf dreht sich alles und das bittersüße Gedankenspiel um das, was hätte sein können, wühlt mich auf. Trotz der Sicherheit, die ich im Hinblick darauf verspürte, dass Cameron alles begreifen würde, war ich viel zu zurückhaltend und unscheinbar, um gegen Cynthia mit ihrem sprühenden Wesen eine Chance zu haben. Es kam, wie es kommen musste: Cameron war überwältigt von ihr und ihrem Charme und ich habe mich von ihm distanziert, um die beiden nicht zusammen ertragen zu müssen. Bis auf sporadische E-Mails und Postkarten zum Geburtstag, zu Weihnachten, Thanksgiving und anderen Feiertagen war er dann ganz aus meinem Leben verschwunden, als wir uns für verschiedene Colleges entschieden.
Der Rest ist Geschichte, und wer weiß, ob sich der rote Faden, der uns damals hätte zusammenführen und aneinanderbinden können, wieder aufnehmen lässt – und ob Cameron das überhaupt will?
So viel Zeit ist vergangen, wir haben völlig voneinander unabhängige Leben geführt. Meinen Körper interessieren die leisen Zweifel allerdings wenig. Jeder Zentimeter davon kribbelt bei dem Wissen, dass nun, da er zurück ist, alles möglich ist. Einfach alles. Jeder zärtliche Gedanke und jeder geile Tagtraum. Die Erkenntnis, welche Chance ich damit bekomme, sinkt schwer wie Blei in mir hinunter. Zwischen meinen Schamlippen brennt es gnadenlos und eine beispiellose Gier gräbt sich immer tiefer in mich hinein.
Fuck, was tue ich hier nur? Und damit meine ich nicht nur, dass ich mich geradezu masochistisch der bittersüßen Qual von Camerons Nähe und meinen Fantasien um uns ausliefere, sondern vor allem, was ich in seinem Schlafzimmer zu suchen habe!
Völlig in die Erinnerung versunken bin ich durchs Haus gewandert, die Treppe hinaufgestiegen und habe die erste Tür geöffnet. Vor mir liegt ein kleines gemütliches Schlafzimmer mit einem großen Bett in der Mitte. Mein Mund wird trocken, meine Lippen heiß und spröde. Ich sollte aufhören, solange ich mich noch nicht völlig an ihn verloren habe, doch dafür ist es wohl bereits zu spät. Meine Beine setzen sich von selbst in Bewegung und meine Hände strecken sich ganz automatisch nach einem der Kissen aus. – Nur einmal daran schnuppern und seinen Duft inhalieren. So wie ich es vorhin verstohlen getan habe, als er mir gegenüberstand …
Benommen von dem übermächtigen Drang, alles was mit Cameron zu tun hat, in mich aufzusaugen, gehe ich weiter in sein Schlafzimmer hinein. Schon als ich vor seinem Bett stehe, steigt mir diese betörende Mischung, die seinen Duft ausmacht, zart in die Nase und ich kann einfach nicht widerstehen. Beinahe ehrfürchtig streiche ich über den Bettbezug und beuge mich nach vorn, um meine Nase in eins der Kissen zu stecken.
Mmh … Flanell. Es fühlt sich unter meinen Händen weich und geschmeidig an und Camerons ureigener Geruch – gut bekannt und zugleich so aufregend fremd – überwältigt mich. Herb und männlich steigt er mir in die Nase.

...
Er wartet darauf, mit mir allein zu sein. Der Eindruck erhärtet sich, als er – kaum dass Amber, meine Lieblingsstudentin, sich persönlich von mir verabschiedet hat und durch die Tür verschwunden ist – aufsteht und ohne seine Tasche die Treppen des Stufensaales heruntersteigt.
»Brauchen Sie noch etwas, Mr Cooper?« Angriff!, schwirrt es in meinem Kopf. Ich bin nicht mehr der pickelige Teenager, der sich bereits vom Anblick eines Kerls wie ihm einschüchtern lässt – auch wenn seither gerade mal ein paar Jahre vergangen sind.
Trotzdem muss ich zugeben, dass mich die Kombination seiner breitschultrigen, kräftigen Statur, gepaart mit der lässigen Selbstsicherheit ziemlich aus der Spur wirft. Mein Pulsschlag steigt in schwindelerregende Höhen und in meinem Körper breitet sich eine vibrierende Anspannung aus. Es ist beschämend, doch ich stehe unheimlich auf den Typ Mann, den er verkörpert: jung, gesund und dynamisch. Im Vollschuss auf der Überholspur! Zudem sieht er auch noch ungemein gut aus mit seinem hübschen Gesicht, dem gewinnenden Lächeln und dem dank des Basketballtrainings durchtrainierten Körper.
Als spürte er, dass auch ich mich seiner vereinnahmenden Wirkung nicht entziehen kann, lächelt er mich siegesgewiss an. »Ich wollte mich nur noch persönlich bei Ihnen für meine Noten bedanken.«
Darum geht es also! »Ich habe Sie benotet, wie ich andere Studenten auch benote«, unterbreche ich ihn unwirsch. Entschlossen, in dieser Sache nicht zurückzuweichen, straffe ich die Schultern und recke mein Kinn vor. Nur nicht zeigen, wie zittrig ich mich innerlich fühle. »Wenn Sie sich darüber beschweren wollen, dass Sie als Sportler keine Bevorzugung von mir erhalten, schlage ich vor, sich an den Dekan zu wenden!« Mein Vorgesetzter ist einer der Wenigen an der Uni, der wie ich nichts von der leider immer noch gängigen Praxis hält, Studenten wie Riley den Rücken für ihre sportliche Karriere freizuhalten, indem sie für einen guten Abschluss weniger leisten müssen. Klar, dass Riley das wahrscheinlich nicht gefällt, und das ist sicherlich auch der Grund, warum er überhaupt noch hier ist! Schließlich sind die Noten längst raus und fast die Hälfte der Kursteilnehmer hat die letzte Vorlesung ganz einfach geschwänzt. Himmel, der halbe Campus und auch dieses Gebäude unserer Fakultät ist jetzt, am Freitagnachmittag so kurz vor den Semesterferien, schon regelrecht verwaist!
»Ich denke nicht, dass der Dekan mein Problem lösen kann«, erwidert Riley gedehnt, lässt sich demonstrativ auf der Kante meines Schreibtischs nieder und versucht wieder, mich mit seinem sexy Lächeln einzuwickeln. – Er wird erst gehen, wenn ich kapituliere!
Innerlich brodle ich, während er mich unverschämt ruhig ansieht. Eine Gänsehaut breitet sich in meinem Nacken aus. Es fühlt sich unglaublich intensiv an, von Riley angeschaut zu werden – beinahe etwas zu eindringlich. Innerlich winde ich mich und eine Sicherung knallt bei mir durch.
»Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind?« Das Blut schießt mir in die Wangen. Ich fühle mich viel zu erhitzt für ein Gespräch dieser Art und sollte mich gar nicht erst auf dieses Niveau begeben. Doch Rileys überhebliches Auftreten und all meine Erfahrungen der Vergangenheit mit Kerlen wie ihm machen mich unglaublich wütend. Drohend bohre ich ihm meinen Zeigefinger in die Brust. »Sie mögen attraktiv und beim Basketball der Beste sein. Die Herzen der Mädchen fliegen ihnen nur so zu und Sie halten sich für den Größten – was Sie dazu veranlasst, zu denken, die Welt sei ein großes Spielfeld und alle tanzten nach Ihrer Pfeife. Aber so ist es nicht, so funktioniert es im Leben einfach nicht. Und ich weigere mich, Sie anders zu behandeln als andere, nur weil Sie so unglaublich toll sind!«
Bei jedem meiner Worte wird Rileys Blick düsterer und am Ende senkt er ihn auf meinen Zeigefinger, der sich immer noch in seinen unglaublich festen Brustmuskel bohrt. – Fuck! Der erste Anflug des Triumphes darüber, dass er es nicht schafft, mich so stark zu verunsichern, dass ich mich automatisch seiner überwältigenden Ausstrahlung beuge, verflüchtigt sich. Ich bin zu weit gegangen. Entsetzt will ich meine Hand zurückziehen, meine Sachen schnappen und fliehen, doch Riley ergreift mein Handgelenk und hält mich ganz einfach fest. »Sie finden mich attraktiv?«
In seiner Stimme schwingt ein rauer Unterton, seine Augen blitzen, als er sie über mich hinwegschweifen lässt, und ich fasse es nicht, dass er den Kern meiner kleinen Ansage überhaupt nicht begriffen zu haben scheint. »Darum geht es doch gar nicht!«
Rileys Mundwinkel heben sich zu einem sexy Lächeln – nicht amüsiert, aber auch nicht gerade unfreundlich. Lauernd trifft es vielleicht am ehesten. »Tut es das nicht …?«
Meine Haut kribbelt, wo er sie berührt, und eine unglaubliche Hitze durchzuckt mich. Er flirtet nicht mit dir, er will dich übers Ohr hauen!, raunt ein warnendes Stimmchen mir zu, dennoch schaffe ich es nicht, Rileys durchdringendem Blick auszuweichen, und versinke in seinen schönen Augen.
»Natürlich geht es nicht um Ihre Attraktivität und Ihre Wirkung auf mich!«, wehre ich halbherzig ab und versuche, mich unauffällig von seinem Griff loszumachen.
Doch Rileys Finger liegen wie eiserne Manschetten um mein Handgelenk. Sein Lächeln wird noch breiter. »Welche Wirkung habe ich denn auf Sie, außer dass Sie mich attraktiv finden?«
Wie auf Kommando flackert ein begehrliches Gefühl durch mich hindurch. Wie oft habe ich mir damals, als ich die unbegehrte Streberin war, heimlich gewünscht, einem Kerl wie Riley einmal derart nahe zu sein? Doch jetzt ist es anders. An meinen Gefühlen hat sich nichts verändert, an meiner Position jedoch sehr wohl! Ich stehe nicht länger ganz unten in der Hierarchie. Jetzt habe ich die Zügel in der Hand, und ich weigere mich, sie an Riley abzugeben. »Sie haben keinerlei Wirkung auf mich!«, teile ich ihm möglichst beherrscht mit und hoffe, dass er das nervöse Vibrieren in meiner Stimme nicht wahrnimmt.
»Wirklich, warum jagt dann dein Puls so schnell und warum kannst du mir nicht mal in die Augen schauen? Warum hast du mich vom ersten Tag an gehasst? Ich hatte noch nicht mal eine Chance zu beweisen, dass ich nicht so bin, wie du mir offensichtlich unterstellst – dass ich ernsthaft etwas über Wirtschaftsrecht lernen möchte?« Mit jedem Wort rückt Riley näher an mich heran, bis seine Nasenspitze beinahe die meine berührt. An meinen Lippen spüre ich seinen warmen Atem und eine erwartungsvolle Anspannung breitet sich in mir aus. Aber verdammt: Das ist nicht dieser eine Moment kurz vor dem ersten Kuss. Riley treibt mich gekonnt in die Ecke! Unfähig, etwas zu erwidern, halte ich den Atem an. »Ich sag dir, warum!«
Für einen kurzen Moment flackert sein Blick zu meinen Lippen. Heißes Verlangen flutet mich, automatisch öffne ich sie. Oh bitte, küss mich! – Herrgott, bin ich noch ganz bei Trost? Entsetzt weiche ich vor ihm zurück. Ich habe viel geopfert, um nur vier Jahre nach meinem eigenen Abschluss eine Dozentenstelle zu ergattern. Ich habe zu hart gearbeitet, mich und meine Familie völlig vernachlässigt, um das alles aufs Spiel zu setzen! Und wofür – um mir zu beweisen, dass ich auch über die letzte meiner Grenzen hinauswachsen kann, dass auch ich einen Mann wie ihn haben kann? Nein …!
»Warum?«, höre ich mich trotzdem flüstern.
Riley schenkt mir ein umwerfendes Lächeln und zieht sanft an meinem Arm, sodass ich automatisch einen Schritt auf ihn zu mache. Selbst im Sitzen auf dem Pult ist er noch größer als ich und ich komme mir unglaublich klein vor, als er sich ein wenig nach unten beugt, um sein Gesicht ganz nahe an das meine zu schieben.
Seine Nase reibt an der meinen entlang, auf meinem Mund spüre ich verheißungsvoll seinen Atem. Ganz langsam, als wollte er mich nicht verschrecken, hebt er seine freie Hand und legt sie an meine Wange. »Ich verunsichere dich. Du stehst auf mich und das macht dich schwach. Aber Frauen wie du würden eher draufgehen, als Schwäche zu zeigen – das ist verdammt sexy! Wie du mich eben angefaucht hast …« Er atmet zittrig ein und ich begreife kaum: Riley Cooper findet MICH sexy?!
Seine Lippen gleiten über meine Wange, meine Gedanken verflüchtigen sich. Nur noch die warme Spur seines Atems, mit der er sich meinem Mund wieder nähert, ist real. Ganz zart, als tanzten Schmetterlingsflügel über mich hinweg, berührt er meine Lippen und streift darüber hinweg. »Ist es nicht so, Erin?«, flüstert er mir verführerisch zu.
Meine Lippen brennen und ein wohliges Gefühl lässt mich bis in den letzten Winkel erschaudern. Ich sollte ihn von mir stoßen und ihn daran erinnern, dass er mich mit Ms Bower anzureden hat, aber ich bin wie erstarrt. Obwohl er mich kaum berührt hat, fühlt es sich an, als hätte er mit seinem vorsichtigen Kuss mein Schicksal besiegelt. Ich kann einfach nicht anders, als ihm nachzugeben!
»Ja«, erwidere ich leise und spüre – als bewegte sich dadurch die Luft zwischen uns –, wie seine Muskeln sich anspannen. Seine Finger schließen sich noch enger um mein Handgelenk und seine Atemzüge klingen angestrengt – als müsste er sich beherrschen, um sich nicht zu vergessen und sich auf mich zu stürzen. In meinem Schoß meldet sich ein süßes Ziehen bei dem Gedanken daran, dass er all die Sehnsucht stillen könnte, die sich dort angesammelt hat.
Ich will stark sein, doch Riley hat recht: Er ist wie Kryptonit für mich. Er hält mich einfach nur am Arm fest und atmet verkrampft an mein Ohr, doch das reicht, um mich innerlich zum Glühen zu bringen. Ich will ihn – dass er mich berührt, küsst und was weiß ich noch was alles mit mir anstellt!
»Schön, dass du zugibst, dass da was zwischen uns läuft. Dann kann ich dir auch gestehen, dass ich, seit ich zum ersten Mal diesen Vorlesungssaal betreten habe, an kaum etwas anderes denken kann, als dass ich gern diesen strengen Knoten in deinem Haar lösen würde, um zu sehen, wie es sich auf deinem Schreibtisch ausbreitet, wenn du dich für mich drauflegst …« Er lacht sexy, der Ton zittert durch mich hindurch und weckt ein begehrliches Summen in mir.

Lesen und Träumen - Sabine aus Ö 23.08.2019 

Ich mag die erotischen Geschichten von Amy Walker sehr gerne. Sei es ein Roman, oder seien es die Kurzgeschichten. Insbesonders die Kurzgeschichten zeichnet aus, dass hier nicht nur rein erotische Szenen vorkommen, sondern durchaus auch Handlung drumherum gebaut ist. Das gefällt mir sehr gut, reduziert es doch damit die Geschichten nicht auf "nur Sex". Die Autorin hat einen sehr angenehmen Schreibstil und versteht es gut, die erotischen Szenen sehr ansprechend zu schreiben. Zu keinem Moment wird es vulgär, immer prickelt es und macht Spaß, weiterzulesen. Fazit: "noch immer gierig und unersättlich" ist eine Sammlung von fünf Kurzgeschichten. Sie sind von der Handlung her sehr unterschiedlich. Mal ein wenig romantischer, mal eher hart, aber immer unterhaltsam. Mir hat es Spaß gemacht, das Buch zu lesen, die Autorin hat sich jedenfalls zu meiner Lieblingsautorin in Sachen Erotikgeschichten entwickelt.

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