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La façon - Das Elixier der Begierde | Erotischer SM-Roman

(12)

von

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Dieses E-Book entspricht 200 Taschenbuchseiten

Es ist von Anfang an Lucas Plan, dieses nach Liebe und Lust dürstende Wesen zu besitzen. All seine Aufmerksamkeiten und Komplimente dienen allein diesem Zweck, bis sie ihm nahezu willenlos gehorcht. Als er ihr den Sklavenvertrag vorlegt, ist sie entsetzt, und doch zögert sie kaum, ihn zu unterschreiben – in dem Glauben, er wolle sie aus Liebe an sich binden. Doch in Wahrheit zappelt sie wie eine Marionette in seinen Händen – haltlos, eine Hülle ohne eigenes Leben –, bis der Tag kommt, an dem der Vorhang mit der rosa Wolke fällt. Fabienne nimmt mithilfe ihrer Freunde ihr Leben wieder selbst in die Hand und entdeckt zum ersten Mal ihre eigenen Sehnsüchte. Sie taucht ein in diese Welt, die sie nun, sensibilisiert durch ihre eigenen Erfahrungen, gemeinsam mit Domina Lady Ravenna durchstreift, bis sie ihre wahre Passion findet.

La façon - Das Elixier der Begierde | Erotischer SM-Roman

von Caroline Powell

Noch ein letzter Blick in den Spiegel und ich greife zufrieden nach meiner neuen Clutch, die mich ein kleines Vermögen gekostet hat. »Ich sag’ nur »Pretty Woman««, flüstere ich meinem Spiegelbild zu, bevor ich die Wohnung verlasse und die Treppen nach unten springe, wo mich bereits die Limousine mit dem Chauffeur erwartet. Ohne ein Wort an mich zu richten, öffnet er galant die hintere Tür, sodass ich mich schrankenlos auf das weiche Leder der Rückbank fallen lassen kann, wo mich ein betörender Moschusduft empfängt, der die feinen Härchen meines Körpers aufrichtet wie ein gehauchter Kuss in den Nacken. Für einen Moment bin ich atemlos und fühle mich wie in einem Kokon, während die Räder unter mir leise über den Asphalt gleiten und mein Blick sich an das flüchtende Tageslicht haftet. »Ich habe ganz vergessen, dass die Abende schon recht kühl sind«, wende ich mich an den Fahrer, der wortlos meine Augen im Rückspiegel betrachtet. »Könnten Sie vielleicht die Heizung ein wenig aufdrehen?«, rufe ich ihm dennoch etwas mutiger zu, um die Stille zu durchbrechen. Aber auch jetzt erhalte ich keine Antwort und beginne mich zu ärgern, bis ich auf einmal bemerke, wie das Leder unter meinem Hintern eine angenehme Wärme verbreitet. Glücklich über meinen Erfolg lehne ich mich zufrieden zurück und genieße die Zeit, die schwebend an mir vorbeifliegt, bis selbst das monotone Geräusch verstummt ... »Darf ich bitten?«, dringt plötzlich eine näselnde Stimme in mein Ohr, die mich zwingt, meine Augen zu öffnen und auf eine Hand zu blicken, die mit einem weißen Handschuh bekleidet ist. Für einen Moment glaube ich zu träumen und doch rutsche ich ihr entgegen, bis meine Absätze den Boden vor der Limousine berühren und ich vor mir eine Villa erkenne, die im Schein unzähliger Fackeln Schatten in den nahe gelegenen See wirft, als wollte sie die Dunkelheit ertränken. »Da bist du ja endlich«, höre ich eine Stimme und erkenne Adrian, der aus dem Halbschatten heraustritt, um mit seinem Zeigefinger auf die Perle meines Schmuckstücks am Hals zu klopfen, als wollte er sie justieren wie einen Kompass. Ich habe das Gefühl, zu wanken und bin froh, als er meine Hand nimmt, um mich zu halten. »Komm, ich führe dich herum!«, wendet er sich erneut an mich, sodass wir beide Richtung Steintreppe laufen. Federleicht und moschusgetränkt folge ich ihm die Stufen hinauf, die, immer schmaler werdend, vor einer Flügeltür enden. »Aufwendig restauriert«, kommentiere ich ohne jede Kenntnis, in der Hoffnung, die Lähmung aus meinem Kopf zu vertreiben, die mich neben den hohen Messingklinken plötzlich schrumpfen lässt und mir vorgaukelt, ich würde vor einer unüberwindbaren Mauer stehen. Doch für Adrian ist es ein Kinderspiel, und noch bevor ich etwas sagen kann, öffnet er die Tür, um mich im Schatten seines Rückens über eine Schwelle zu ziehen, wo meine Augen auf eine junge Frau mit einer schneeweißen Dienstbotenschürze fallen, die im krassen Gegensatz zu ihren nackten Brüsten steht, deren harte Nippel zwischen bissigen Klemmen stecken und die mithilfe einer laufenden Kette an ihrem Halsband aufgehängt sind, um sie stehen zu lassen, wie kleine Speere. Ein Anblick, der mir den Atem raubt und mich glauben lässt, ihren Schmerz zu fühlen, den sie so stolz in ihren schimmernden Augen trägt, während sie ein Tablett mit einem Dutzend Champagnergläser balanciert, wie eine Heldin. »Was ... Was ist das alles hier?«, bringe ich stotternd hervor, doch statt einer Antwort zieht mich Adrian erneut mit sich, wie ein ungehorsames Kind. Das ist das Speisezimmer, meine ich zu hören und bin mir nicht mehr sicher, ob die Worte lediglich in meinem Kopf abliefen, da die visuellen Reize einer riesigen Tischtafel mich immer weiter vorwärtsziehen. Immer weiter, bis in den Kreis ihrer hohen Kerzenleuchter, die ihre unruhigen Flammen verführerisch über bizarre leiterähnliche Stühle werfen, wie eine Tarnung, als wollten sie suggerieren, dass die im Nackenverlauf nach hinten ragenden Bretter unschuldig sind, wie die Fußtritte einer Kirchenbank. Ein Vergleich, von dem ich nicht einmal ahne, woher er kommt und dennoch ziehe ich in Erwägung, mich von der Hand, die mich hält, zu trennen. Doch dann wird mir klar, dass ich mich längst von Adrian entfernt habe und inmitten einer Menschtraube stehe, die sich wispernd an mir vorbeidrückt, um sich, nach Geschlechtern getrennt, Frauen rechts, Männer links, gegenüber der Tischreihe aufzustellen. Ich komme mir vor wie in einem Bühnenstück, dessen Hauptdarsteller sich theatralisch mit ausladenden Schritten aus der Menge entfernt, um die Rückenlehnen zweier Stühle zu umklammern, bis seine Knöchel weiß hervortreten, und er die bislang verdeckten Sitzflächen unter dem Tisch hervorzieht. Ein Akt, der mich laut aufschreien lässt, als mein Blick auf einen schwarzen, riesigen Latexdildo fällt, der fixiert auf der Sitzfläche hin und her wankt wie ein gekrümmter Finger, der den Schoß einer willigen Frau penetrieren will, um ihren G-Punkt zu stimulieren. »Ein Hirngespinst, ein Schattenspiel«, flüstere ich erschrocken und doch werde ich Zeuge, wie eine Frau nach der anderen ihr Kleid bis zum Oberschenkel anhebt, der, bestrapst mit dünnen Strümpfen, die Stoffe der Kleider leise rascheln lässt, während sie sich breitbeinig darüber stellen, um ihn wie ein gefräßiges Ungeheuer in die Mitte ihrer Gier zu treiben, bis ihre Wangen sich röten und sie alle ein Bild völliger Unschuld ergeben. »Zeig deinem Herrn, was deine Sklavenmundfotze kann!« Überrascht von diesen Worten neige ich meinen Kopf und blicke in das Gesicht des Hauptdarstellers, dessen starke Finger den Körper einer jungen Frau beugen, bis ihre sinnlichen Lippen den schwarzen Prügel berühren und er immer tiefer in ihre Kehle hineinrutscht. Für einen Moment befürchte ich, sie würde ersticken, doch der Speichel in ihrem Mund wirkt wie ein Schmiermittel, das sabbernd und Fäden ziehend aus ihr herausläuft, um selbst die Sitzfläche ihres Stuhls zu befeuchten. Einem Gefühl von Panik folgend, drehe ich eine Pirouette und renne Richtung Flügeltüren, ohne den Blick zu heben, bis ich abrupt vom Boden gezogen werde, ohne zu begreifen, was gerade geschieht. »Was soll das?«, beginne ich keifend um mich zu schlagen und presse meinen Körper gegen die Arme, die mich gefangen halten wie in einem Schraubstock. »Wo willst du denn hin?« Als hätte mich gerade ein Betäubungspfeil getroffen, ergebe ich mich der vertrauten Stimme, die verführerisch sanft in mein Ohr sickert, während meine Augen auf das vor meine Nase gehaltene Abbild meines Halsschmucks starren. »Luca?« Erstaunt, ihn hier tatsächlich zu sehen, lasse ich mich scheinbar willenlos zurück auf den Boden stellen, sodass ich mich vom sicheren Stand aus mit meinen Fäusten wehren kann. »DAS HIER IST NICHTS FÜR MICH. BITTE, BRING MICH FORT!«, höre ich mich brüllen. Doch ich habe nicht mit der Macht dieser übergreifenden Ausdünstungen gerechnet. Ein Gemisch verschwörerischer Lust und animalischer Geilheit, das wie eine Epidemie auf alle übergreift. Ein Raum, gefüllt mit sexuellen Gerüchen, die wie Nebelschwaden über unsere Köpfe fliegen. Für Sekunden bereue ich meine Widerspenstigkeit, denn tief im Inneren hoffte ich darauf, von Luca gepflückt zu werden, wie eine Blume. Doch jetzt, da ich seine aufsteigende Lust beim Anheben meines Körpers fühle, ertönt ein Warnsignal in meinem Kopf, während er mich grinsend anblickt, als wüsste er bereits von meiner Niederlage. Ich kann spüren, wie seine Stimme meinen Verstand aushebelt, um mich in den See meiner Gefühle zu stürzen. Wir alle sind erwachsen, scheint eine Stimme in mir zu rufen, lauf nicht wieder weg! Narkotisiert vom Duft seines Körpers und dem aufkeimenden Wunsch, ihn zu fühlen, taste ich willenlos nach seiner Hand, die mich zurückführt zu dem einzigen Stuhl, der noch unberührt darauf wartet, besetzt zu werden. »Das … das … ist unmöglich«, stammele ich in einem letzten Versuch, in der Hoffnung, meine unschuldige Miene würde ihm imponieren. Doch statt einer Antwort spüre ich seine Lippen und seine Zunge, die sich küssend in meinen Mund schiebt. Überwältigt von dieser unerwarteten Wendung fließe ich wie zu warm gewordener Zuckerguss in seine Arme. Ein Kuss, der meine Sinne überrennt. Träumerisch versinke ich in einer Stille, die nur hin und wieder von meinem eigenen Stöhnen durchbrochen wird, als seine Finger durch meine Haare fahren, um gleichzeitig mit der anderen nach unten zu wandern, um meinen bestrapsten Hintern zu entblößen. Hinter meinen fest geschlossenen Augen umhüllt mich die Dunkelheit und lässt mein Becken wiegend gegen seinen Körper drücken. Seiner Führung vertrauend, folge ich jedem seiner Schritte, wie bei einem Tango. Ein Tanz, der meine Kniekehlen beugt, bis der Latexschwanz schmatzend in meiner Lustspalte versinkt und mich an Ort und Stelle pfählt. Außer Atem und nach Luft schnappend, versuche ich, seinen sich lösenden Kuss zu halten. Doch seine Lippen sind fort und mir wird fröstelnd bewusst, worauf ich sitze, sodass ein Kampf in mir entfacht, der von Wut und Scham befeuert wird. Dennoch umspanne ich gierig das Ding in mir, während meine Kontraktionen ihn quetschen, als könnte ich ihn melken. Innerlich zerrissen verändere ich meine Position auf der Sitzfläche und rücke ein Stück nach vorn. Zu viel, stöhnt es in meinem Kopf, denn die gekrümmte Eichel trifft den Punkt meiner ungestillten Geilheit. Zischend sauge ich die Luft ein und fühle, wie eine leuchtende Rötung meine Gesichtshaut überzieht. Als Luca mir gegenüber Platz nimmt, spiegeln seine Augen etwas Unergründliches wider. »Möchtest du zum Buffet?«, wendet er sich fast ungerührt an mich und zeigt auf den dunklen Holztisch, der aufgrund seiner breiten Schultern ein wenig verdeckt wird. Doch als ich meinen Kopf zur Seite neige, entdecke ich einen riesigen Tisch, ein Kunstwerk, mit gedrechselten Tischbeinen, die jeweils exakt einem Frauenbein nachempfunden sind und deren detailgetreue Nachbildungen in offenen High Heels stecken.
...
Kaum habe ich den Motor ausgestellt, beginnt es plötzlich wie aus Eimern zu regnen. Der Wetterdienst hatte es angekündigt, nur habe ich es mal wieder ignoriert, stelle ich sauer fest, vor allem, als ich bemerke, dass mein Regenschirm hinten im Kofferraum liegt. Keine Ahnung, warum ich das immer wieder mache, pocht es hinter meinen Schläfen, und taxiere die Entfernung von hier bis zu seiner Haustür. Ich werde nass sein bis auf die Knochen, noch bevor ich die Treppen zum Eingang erreiche, so viel steht fest. »Egal, ich bin nackt unter meinem Mantel«, antworte ich laut. »Was wichtig ist, ist mein Make-up. Nie wieder eine Horrormaske!« Entschlossen greife ich nach der alten Zeitung im Fußraum und halte sie als Schutz über meinen Kopf, bis ich völlig außer Atem auf seine Klingel drücke und gespannt warte. Doch trotz angestrengtem Lauschen tut sich nichts hinter der Tür. Nervös beginne ich von einem Fuß auf den anderen zu hüpfen, bis sogar der Wunsch in mir aufkeimt, er sollte einfach nicht zu Hause sein. Vielleicht sollte ich einfach verschwinden, frage ich mich stumm, als die Tür unverhofft aufspringt und ich erschrocken meine Zeitung verliere. Doch statt mich hereinzubitten, lässt er mich wortlos im Regen stehen. Scheinbar endlose Minuten, in denen ich zappelnd versuche, den Regentropfen zu entkommen, die wie feiner Sprühnebel von meinem Haar abperlen, um sich über den Nacken fließend zwischen Kragen und Leder zu zwängen. Längst haben sie meinen Pony durchtränkt und tropfen von meinen Wimpern über die Nase herunter. Mein Ego beginnt zu rebellieren und treibt mein Herz zur Höchstleistung an. Und doch verharre ich still, als sein Finger auf seine Armbanduhr tippt, die bereits 20.15 Uhr anzeigt. Ich ahne, das wird etwas nach sich ziehen, und wage es nicht einmal mehr, meinen Blick zu heben, obwohl das starre Halsband mittlerweile an der dünnen Haut scheuert, als wären kleine Steinchen dazwischengeraten. »Komm herein und zieh deinen Mantel aus!« Endlich, seine Stimme klingt fast neutral und deshalb atme ich für einen Moment erleichtert auf, während ich seinen Blickkontakt suche. »Senk deinen Blick«, peitschen seine Worte so rasch in meine Ohren, dass ich auf der Stelle erröte. So gut es geht, starre ich ruhig auf meine Pumps, obwohl unzählige Stimmen in meinem Kopf schreien und mir raten, zu verschwinden. Doch außer meinen Fingern, die zitternd jeden einzelnen Knopf öffnen, bewege ich keinen Muskel. Erst als Luca an den Ärmeln zieht, um den Mantel von meiner Schulter zu streifen, wage ich es, wieder Luft zu holen. Aus dem Augenwinkel kann ich erkennen, dass er mein nasses Kleidungsstück sorgsam auf einen Kleiderbügel hängt, bevor er damit verschwindet. Regungslos stehe ich da und fühle mich, als hätte ich einen Betonklotz an den Füßen. Die ungewohnte Haltung lässt mich auf meine Nippel starren, die sich plötzlich aufrichten, als ein Luftzug darüberstreicht. Kurz fühle ich einen Hauch von Stolz und stelle mir vor, dass Luca gefällt, was er sieht, während mein Blick ungebunden nach oben wandert. Selbstvergessen reiße ich die Augen auf und entdecke ein Spiegelmosaik, das mein Gesicht wieder einmal mit verlaufener Schminke, in vielen kleinen Bruchstücken, zeigt. »Schau hierher, weißt du, wofür das ist?«, fordert Luca mich plötzlich auf. »Das ist für Schlampen, die nicht hören können!« Plötzlich stecken zwei abgerundete Haken, ähnlich einem gekrümmten Finger, in meinen Nasenlöchern, deren Enden mit flexiblen Bändern verbunden sind. Ohne mich zu wehren, lasse ich ihn die losen Enden über meinen Kopf zerren, die er geschickt am hinteren Halsband fixiert, sodass meine Nasenlöcher durch den Zug nach oben gerissen werden. »Jetzt darfst du dich betrachten.« Den Tränen nahe blicke ich nach oben in ein vollkommen verzerrtes Gesicht. Entsetzt über meinem Anblick, dem jegliche Schönheit abhandengekommen ist, lasse ich mich willenlos vorwärtsziehen, bis wir vor einer roten Tür zum Stehen kommen. »Warte hier«, flüstern seine Lippen bedrohlich, die plötzlich durch ein grelles Licht verblassen. Ein heller Blitz, der in meine Pupillen fährt, und mich zwingt, zu blinzeln. Geblendet von der starken Neonlampe lasse ich mich von ihm in den Raum führen, der stückchenweise erkennbar wird. Und doch kann ich kaum begreifen, was meine Augen sehen. Leere Wände und ein bequem aussehender Ohrensessel, der mit dem Rücken zur Wand dasteht. Vor ihm jedoch ist eine Art Fahrrad ohne Räder auf Blöcken platziert. Scheinbar ist es fest im Boden verankert. Irgendwie gleicht es einem Fitnessgerät, wären da nicht die Einschubtaschen anstelle von Handgriffen und Pedalen. Ein seltsames Ungetüm, das mir komplett die Sprache verschlägt, als ich plötzlich den imposanten Latexdildo entdecke, dessen Spitze durch die Mitte der Sitzfläche sticht, wie ein erhobener Finger, und der nach unten hin mit einer variablen Stange auf und nieder bewegt werden kann. Nur langsam begreife ich den Sinn dahinter und spüre Lucas Blick über meinen Rücken streifen wie eisiges Wasser. »Setz dich«, meine ich zu verstehen, weil das Dröhnen in meinem Schädel seine Worte verzerrt. »Wir wollen doch keine Zeit verlieren!« – »Zeit?«, wiederhole ich wie ein Echo und werde erneut mit einem kühlen Blick bestraft. »Steck deine Hände und Füße in die Lederbeutel.« – »Luca, bitte ... ich ... ich habe von etwas anderem geträumt«, versuche ich es ein weiteres Mal, in der Hoffnung, ich könnte ihn umstimmen. Doch seine Mimik bleibt frostig. Widerstrebend mache ich einen Schritt vorwärts, sodass ich aufsteigen und hineinschlüpfen kann. Erst jetzt bemerke ich die losen Schnürenden, die Luca kommentarlos an meinen Händen und Füßen verknotet. Für magere, zähe Minuten habe ich das Gefühl, bequem zu sitzen, doch als Luca seine Finger an meine Nippel setzt, begreife ich, wie hilflos ich ihm ausgeliefert bin. Sein kräftiges Drücken pumpt einen stechenden Schmerz in das empfindliche Fleisch, sodass ich einen unfreiwilligen Tritt nach unten tätige, der wiederum den Dildo anhebt, um mich unsanft zu penetrieren. »Du hast kapiert, wie es geht«, funkeln seine Augen, als mein Aufschrei verhallt ist. »Du wirst dich jetzt ficken, und zwar so schnell, dass dein Dynamo ausreichend Licht erzeugt, damit ich bequem in meinem Sessel sitzend die Zeitung lesen kann.« Entsetzt folge ich mit den Augen seinem Zeigefinger, der auf die nackte Glühbirne über dem Sessel deutet. »Ich werde jetzt das Licht ausschalten, und du wirst dir Mühe geben! Nebenbei, die Nasenklemme steht dir ausgezeichnet und verleiht deinem Schlampenlook eine besondere Note. Betrachte diese Übung als Training, um deine Figur zu formen. Und jetzt fang an!« Und dann, von einer Sekunde zur nächsten, verwandelt sich das Zimmer in eine tiefschwarze Gruft. Da ist nichts, nicht einmal ein Schatten oder etwas Grau, das sich abhebt. Von Unruhe getrieben, beginnt mein Herz zu schlagen, als könnte es die Panik in meinem Kopf überrennen. Und dennoch gelingt es meinen Beinen, die Pedale sanft zu senken, bis ein flackerndes Licht erkennbar wird. Doch meine Kondition ist grauenvoll und verendet wie eine Kerze im Wind. Aus Furcht, erneut in die Dunkelheit zu gleiten, ziehe ich all meine Reserven, um das Licht über seinem Kopf zu entfachen, das lediglich seinen Haaransatz hinter der Zeitung erkennen lässt, bis der Film der vergangenen Nacht zurückkehrt, vermischt mit dem Geruch seines Körpers, seiner Umarmung und Zärtlichkeit. Und dennoch spüre ich meine Zweifel giften, während mein Atem klingt wie das Hecheln einer Hündin. Fast bin ich ihm dankbar für die Weitung meiner Nasenlöcher, die meine Lungenbläschen zusätzlich mit Sauerstoff füllen.
***
Obwohl meine Schenkel wund vom Ritt sind, trete ich erneut in die Pedale, bis die schwarzen Schatten weichen und ich auf einen leeren Sessel blicke. Ein Schock, der mich sofort seinen Namen kreischen lässt, obwohl ich noch immer Redeverbot habe. »Du wagst es tatsächlich, meinen Namen zu rufen?« Sofort wird mir klar, dass ich erneut gegen eine Regel verstoßen habe, ohne zu ahnen, was dies bedeutet, während mein Körper vor Anspannung zu zittern beginnt. »Das ist jetzt dein fünfter Verstoß!«, glaube ich, gehört zu haben. »Ein Verhalten, das ich nicht dulden kann! Fünf Verstöße, das sind fünf Peitschenhiebe. Aber ich erlaube dir, zu wählen, wohin du sie erhalten möchtest.« – »Ich verstehe nicht«, sprudelt es aus mir heraus, ohne an die Konsequenzen zu denken. »Das wirst du! Sechs Peitschenhiebe!!« Überwältigt von der spürbaren Kraft in seiner Stimme überzieht eine Gänsehaut meinen Körper. Bevor ich dieses Mal meinen Mund öffne, wähle ich meine Worte mit Bedacht. »Meister Luca, bitte, ich verstehe nicht, was das bedeutet. Bitte erkläre es mir, Meister Luca.« – »Was ich dir damit sagen will, ist, ich erlaube dir, den Standort auszusuchen. Stehend, mit dem Gesicht zur Wand, oder fortlaufend, gleich hier auf dem Stahlross … Ich rate dir, gründlich zu überlegen, bevor du dich entscheidest!« Unfähig, etwas zu sagen, spüre ich einen hämmernden Schmerz hinter meinen Schläfen, als würden sich sämtliche Fragezeichen dahinter auftürmen wie eine Barriere. Ich habe keine Ahnung, wofür ich mich entscheiden soll, doch dann kommt es mir vor, als würde sich eine Nebelwand lichten, um mir das eben Erlebte zu zeigen. Der Ritt auf dem Stahlross hatte gerade etwas in mir ausgelöst. Ein Gefühl, das meinen Kopf penetrierte, vielleicht lässt es mich auch den Schmerz der Peitsche vergessen. »Hier, ich möchte hier auf dem Rad bleiben, Meister Luca«, sprudelt es aus mir heraus, während meine eigene Hybris mich lächeln lässt, im Glauben, einen genialen Schachzug getan zu haben. Dennoch beginne ich zu fürchten, einen Fehler begangen zu haben, vor allem, als Luca völlig ungerührt von meiner Entscheidung seine Finger über meine Wirbelsäule nach unten gleiten lässt, als wollte er jeden einzelnen Wirbel zählen. Eine Berührung, die sowohl sanft als auch schmerzhaft drückend ist, bis sein Finger meinen Anus klopfend umkreist.

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