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Die ersten Schritte SM – Erotische Unterwerfung für Anfänger | Erotischer Ratgeber

von

Dieses E-Book entspricht 128 Taschenbuchseiten

»Die ersten Schritte SM« richtet sich an absolute Neulinge in der Kunst der erotischen Unterwerfung. Wenn du noch nichts oder nur wenig über solche Praktiken weißt und Fragen hast, dann liegst du mit diesem Ratgeber genau richtig. Schritt für Schritt führt er dich in eine ebenso faszinierende wie erregende Welt. Er zeigt dir, wie du am besten vorgehst, damit SM-Spiele für dich und deinen Partner eine großartige Erfahrung werden, die euch beide glücklich macht.
Neben vielen Informationen und Tipps findest du auch einen Neigungsfragebogen für SM-Spiele, der dir und deinem Partner hilft, eure Wünsche auf einen Nenner zu bringen.

Herzliche Grüße
Arne Hoffmann

Die ersten Schritte SM – Erotische Unterwerfung für Anfänger | Erotischer Ratgeber

von Arne Hoffmann

Was genau ist mit „SM“, also Sadomasochismus, eigentlich gemeint?

Der Ausdruck „Sadomasochismus“ beinhaltet eine große Bandbreite erotischer Praktiken, bei denen es darum geht, dass ein Partner Macht über den anderen ausübt und ihn auf körperlicher oder seelischer Ebene auf ganz unterschiedliche Weise belastet. Diese Praktiken werden von beiden Partnern als lustvoll erlebt.
Die Begriffe „Sadismus“ und „Masochismus“ sind mehr als hundert Jahre alt und wurden von dem aus Mannheim stammenden Sexualforscher Baron Richard von Krafft-Ebing geschaffen.

Worin besteht der Unterschied zwischen BDSM und Missbrauch?

Leider kommt es in viel zu vielen Partnerschaften vor, dass ein Partner vom anderen herumkommandiert oder misshandelt wird. Das kann ein Grund dafür sein, BDSM-Spielen erst einmal skeptisch gegenüberzustehen. Im Unterschied zu echter Gewalt in der Partnerschaft handelt es sich bei BDSM-Spielen – wie das Wort schon sagt – um Spiele: Aktionen, auf die man sich miteinander einlässt, für die man entsprechende Vereinbarungen eingeht und die man gemeinsam plant.
Woher weißt du nun, ob das, was du erlebst, in Ordnung ist oder nicht? Um das klarzustellen, hat die SM-Szene drei Kategorien entwickelt, die für SM-Aktionen zu gelten haben. Diesen Kategorien zufolge ist SM grundsätzlich „safe, sane and consensusal“, zu Deutsch: „körperlich sicher, geistig gesund und einvernehmlich“.

Besteht nicht doch die Gefahr, dass man mental aus der Spur gerät, wenn man sich auf solche Spiele einlässt?

Auf Außenstehende und Neulinge können SM-Spiele ein bisschen gruselig wirken. Wenn man zum Beispiel im Internet nach entsprechenden Videos stöbert und sieht, wie bei solchen Aktionen Menschen von anderen anscheinend aufs Übelste gequält werden, kann einen das durchaus verunsichern – erst recht, wenn man in sich selbst entsprechende Neigungen spürt. Kann das wirklich eine gesunde Form von Sexualität darstellen?
Diese Angst wird womöglich noch verstärkt, wenn man einen jahrzehntealten Sex-Ratgeber in die Hände bekommt, in dem SM-Spiele noch abgelehnt werden, oder wenn man es mit manchen Vertretern einer Denkrichtung namens Psychoanalyse zu tun bekommt, die sich stark an Auffassungen orientiert, die vor hundert Jahren hinsichtlich Sexualität geherrscht haben.
Heutzutage ist sich die Sexualforschung einig: Solche Spiele sind genauso gefährlich oder harmlos wie Sexualität ohne diese Elemente auch. Wenn man an den falschen Partner gerät, kann es problematisch werden, aber der Sinn der Sache besteht darin, allen Beteiligten Lust zu bereiten. Verschiedene Untersuchungen haben in den letzten Jahren immer wieder gezeigt, dass Menschen, die sich auf diese Aktionen einlassen, weder an einer seelischen Störung leiden noch antisoziale Einstellungen besitzen. Es zeigte sich sogar, dass die Versuchspersonen glücklicher waren und sich eher in stabilen Beziehungen befanden als die Menschen, mit denen man sie verglichen hatte und die keine solchen Vorlieben hegten. Die SM-Liebhaber waren weder als Kinder häufiger von ihren Eltern misshandelt worden noch hatten sie öfter irgendwelche anderen Erfahrungen gemacht, die sie schwer belasteten und die sie auf diese Weise verarbeiten mussten.

Wer sagt bei SM-Spielen eigentlich wirklich, wo’s langgeht: der Herr oder der Sklave?

Manche Menschen, die über Erfahrung mit SM-Spielen verfügen, behaupten, es sei in Wahrheit der unterwürfige Partner, der festlege, was bei einem solchen Spiel passiere, denn er lege von Anfang an fest, was erlaubt und was verboten sei, und steuere das Spiel oft auch aus seiner Rolle als „Sklave“ heraus. („Du kannst mich ruhig noch fester peitschen! Aua, nein, das ist zu fest!“)
Diese Behauptung geht allerdings ein bisschen weit. Letzten Endes unterhalten sich beide Partner vor solchen Aktionen darüber, was dabei stattfinden wird und was nicht. Im Idealfall herrscht also Gleichberechtigung. Es kann aber auch gut sein, dass sich wie in zahlreichen anderen Bereichen einer Partnerschaft immer wieder einer der beiden Partner durchsetzt – etwa weil er besser argumentieren kann, der andere nachgiebiger ist und unnötige Konflikte vermeiden möchte oder weil dem einen Partner diese Beziehung oder diese Form von Sex einfach wichtiger ist als dem anderen. All diese Faktoren sind aber unabhängig davon, wer innerhalb einer solchen Aktion den Herrn und wer den Sklaven spielt.
Letzten Endes kommt es hier also auf den Einzelfall an. Es gibt Sklaven, die ihre Herren immer wieder zu bestimmten Handlungen hinlenken und sie so letztlich zu steuern versuchen. Sobald ihnen etwas auch nur im Ansatz unangenehm wird, legen sie durch ein sogenanntes Safeword (dazu kommen wir noch) ein Veto ein. Oder, im umgekehrten Fall, sie benehmen sich besonders aufsässig, um auf die gewünschte Weise bestraft zu werden. Dieses Steuern des Spiels, das als „topping from the bottom“ bezeichnet wird, empfinden viele Herren als nervig. Andere fühlen sich dadurch kaum gestört.

Wie kann man ein SM-Spiel vom Rest der Partnerschaft abgrenzen?

Bei SM-Aktionen handelt es sich um eine Art Spiel, das man miteinander macht, weshalb auch immer wieder genau dieser Begriff („SM-Spiele“) verwendet wird. Gleichzeitig ist das für Außenstehende und für Neulinge nicht immer leicht zu durchschauen, weshalb viele glauben, dass der dominante Partner den unterwürfigen tatsächlich irgendwie kontrolliert oder ihm etwas antut.
Hier stellt sich eine ganz praktische Frage: Wie können die beiden Partner sich gegenseitig deutlich machen, dass das, was hier geschieht, wirklich nur spielerisch stattfindet und nicht ernst gemeint ist? Dafür gibt es ganz unterschiedliche, aber nahe liegende Methoden:
• Die beiden Partner sprechen während des Spiels in einer Weise miteinander, wie sie sich im Alltag nie unterhalten würden, etwa indem der eine seinen Partner als „Herr“ beziehungsweise „Herrin“ und der andere seinen Partner als „Sklave“, „Schlampe“ oder mit noch herabsetzenderen, demütigenden Ausdrücken anspricht. Während das als normaler Teil des Spiels akzeptiert wird, wäre es doch unüblich, zum Beispiel beim gemeinsamen Frühstück „Reich mir doch mal das Salz, Schlampe“ zu sagen.

Welche SM-Aktionen sind die richtigen für mich?
Ich habe dir ja schon erklärt, wie sich der Begriff BDSM zusammensetzt: Fesseln, Unterwerfung und Sadomasochismus. Natürlich spielen in SM-Erzählungen und im Kopfkino oft all diese Dinge zusammen: Wenn du also eine Szene mit einer Frau siehst, die nackt gefesselt und öffentlich ausgepeitscht wird, wäre die erste Frage, ob du dich eher mit dieser Frau identifizierst – auch wenn du ein Mann bist – oder eher mit der Person, die sie misshandelt. Das kannst du vermutlich noch relativ leicht beantworten, auch wenn es Menschen gibt, die von beiden Rollen erregt werden. Diejenigen, die in SM-Spielen beide Rollen übernehmen, bezeichnet man als „Switcher“. Diese gespaltene Vorliebe ist seltener als eine reine Vorliebe für eine der beiden Rollen, aber ansonsten ist nichts Besonderes dabei. Sie macht dich allenfalls bei der Partnersuche besonders flexibel.
Schon etwas schwieriger ist es, herauszufinden, welche Aspekte genau dich bei der oben geschilderten Szene am meisten erregen. Dass sich die gezeigte Frau hilflos und verzweifelt in ihren Fesseln windet, ohne sich befreien zu können? Dass sie die Schmerzen ertragen muss, die sie durch die Peitsche erleidet? Dass sie vor anderen Menschen nackt gedemütigt wird? Wenn du das nicht genau sagen kannst, überleg es dir anhand anderer persönlicher Lieblingsszenen: Gibt es da ein bestimmtes Muster? Welcher Aspekt steht bei deinen Fantasien im Vordergrund, um dir den letzten Schubs zu geben, der dich bei der Selbstbefriedigung zum Orgasmus bringt?

Was genau sollte man vor dem ersten SM-Spiel miteinander besprechen?
Die offensichtliche Frage ist natürlich, welche Praktiken genau ihr ausprobieren möchtet und ob ihr eine gemeinsame Grundlage an Aktionen findet, die euch beiden Spaß machen. Eine Technik, mit der ihr das am geschicktesten austüftelt, werde ich dir ebenfalls noch etwas später vorstellen.
Mindestens genauso wichtig ist es, dass ihr einander mitteilt, was ihr nicht so gern hättet und was für euch sogar absolut tabu wäre. Das sind zwei unterschiedliche Dinge: Manche Praktiken verunsichern dich vielleicht oder machen dir ein bisschen Angst, aber wenn sie dir dein Partner lange genug schmackhaft macht, wärst du zumindest bereit, sie einmal auszuprobieren. Andere Dinge gehen für dich oder für deinen Partner überhaupt nicht. Das sind dann unverrückbare Grenzen, die ihr akzeptieren solltet.

Keiner von euch muss sich dafür rechtfertigen, wenn er irgendetwas überhaupt nicht erleben möchte. Aber er hilft seinem Partner mit solchen Erklärungen, ihn und seine Abneigungen besser zu verstehen. Dein Partner kann dann zum Beispiel vorhersehen, dass du etwas anderes, das auf derselben Angst oder Abneigung beruht, vermutlich ebenso wenig magst – oder er kann mit dir einen Kompromiss finden, der seinen eigenen geilen Fantasien ziemlich nahekommt, ohne bei dir starke unangenehme Gefühle auszulösen.
Es geht bei alldem aber nicht nur um das Ja oder Nein zu bestimmten Praktiken – wie z. B.: „Alle Spiele, die mit Anpinkeln zu tun haben, finde ich widerlich“ –, sondern auch um Begleiterscheinungen solcher Aktionen oder die Bedingungen, unter denen sie stattfinden. Beispielsweise wären folgende Einschränkungen möglich:
• Für einen von euch ist Ausgepeitscht-Werden eine geile Fantasie, aber was ihn daran erregt, ist vor allem die Hilflosigkeit und die Demütigung. Vor Schmerzen hingegen hat er entweder Angst oder sie bringen ihn eher raus aus seiner erotischen Stimmung. Auch hier könnt ihr überlegen, wie ihr dieses Problem am besten angeht.
• Vielleicht möchtet ihr auch klarstellen, dass ihr, obwohl ihr solche erotischen Spiele miteinander spielt, keine weitergehenden Intimkontakte miteinander eingehen mögt: also keinen regelrechten Sex und vielleicht auch keine Berührung eurer Geschlechtsorgane.

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