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L...wie...Lisa, Lust, Liebe, Leben! Erotischer Roman

von

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Dieses E-Book entspricht 176 Taschenbuchseiten

Unverhofft tritt ein rothaariger Wirbelwind in sein Leben und stellt es auf den Kopf. Lisa liebt es, sich nackt zu bewegen, ob in ihrer Wohnung oder in der Natur. Was andere über sie denken, interessiert sie nicht. Mit ihr stolpert er von einem erotischen Abenteuer ins nächste. In immer neuen Bezügen wird das altbekannte Spiel zelebriert. So treiben sie es bei Regen auf dem Feld, beim Pilzesuchen im Wald, in den Dünen und auf so ziemlich allen Flächen zu Hause.
Aus anfänglich rein körperlicher Attraktion entwickelt sich eine Liebesbeziehung.
Werden ihre sexuelle Anziehung und ihre schier unersättliche Lust aufeinander dem Alltag trotzen und über die Jahre andauern?

L...wie...Lisa, Lust, Liebe, Leben! Erotischer Roman

von Günter Richter

»Schön, einfach so zu gehen, nicht wahr?« Ich blickte nach links, von wo die Stimme kam, und sah in die dunkelbraunen Augen einer Frau. War sie schon länger neben mir gegangen? Warum hatte ich sie dann nicht eher bemerkt?
»Ich muss wohl ziemlich geträumt haben, Sie nicht zu bemerken!«, sagte ich zu ihr.
»Ja, das haben Sie wohl«, antwortete die Frau. Sie hatte eine außergewöhnliche Stimme mit einer tiefen, ange¬rauten Stimmlage, die einem schmeichelte, einen in den Bann zog. Gleichzeitig wurde ich den Eindruck nicht los, sie könnte einen damit auch verhexen. Mit solcherart zwielichtigen Empfindungen machte ich mich daran, meine Beglei¬terin näher in Augenschein zu nehmen. Sie war von kleiner Statur – hatte ich sie deswegen nicht bemerkt? – hatte leuchtend rote, halblange Haare und war mit allen weiblichen Reizen ausgestattet, die mich elektrisierten. Da waren Brüste, fest und nicht zu groß, ein Po mit einer ge¬lungenen Mischung aus Apfel- und Birnenform, die Hüften rund und wohl¬geformt, die Beine schlank, wo sie es sein sollten, und fleischig hoch bis zum Po.
Sie bemerkte wohl, dass ich sie musterte, und meinte: »Ich bin Lisa. Gefall ich dir?«
Mir schoss das Blut in den Kopf, es wurde abwechselnd heiß und kalt und ich brachte keinen Ton heraus. Irgendwie nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und nickte ihr zu.
»Schön!«, war ihre Antwort. Wir gingen schweigend weiter. Irgendwann näherte ich mich ihr mit meiner Hand, berührte leicht die ihrige. Sie zog sie nicht zurück und ich griff zu. So gingen wir dann Hand in Hand. Ich spürte ihre warme Handfläche und in mir stieg eine wohlige Wärme auf. Es schien mehr wie ein Traum als Wirklichkeit. Ich befürchtete, jeden Moment aufzuwachen.
Inzwischen hatten wir wieder die Richtung zur Stadt eingeschlagen und näherten uns den ersten Häusern. Wir sprachen nicht, sondern gingen weiter bis zu einer Straßenecke, wo sie auf ein Haus und deutete und sagte: »Da wohne ich. Hast du Lust, mitzukommen?«
Wieder versagte vor Erregung meine Stimme. Ich nickte nur und schon standen wir im Hausflur. Nachdem wir zwei Treppen hochgestiegen waren, öffnete sie die Wohnungstür und wir betraten ihre Wohnung.
Sie deutete mir den Weg ins Wohnzimmer und verschwand selbst im Bad. Ich setzte mich in das bequeme, große Sofa und ließ den Raum auf mich wirken. Er war nicht besonders groß, aber – wie ich fand – geschmackvoll eingerichtet. Es gab einen niedrigen Tisch mit Glasplatte, in dessen Auslage Muscheln drapiert waren, wahrscheinlich Mitbringsel eines Urlaubs am Meer. Das Auffälligste aber war der Geruch, der alles zu umnebeln schien. Ein süßlicher Duft, dezent nach Moschus und Patschuli riechend, die Sinne betörend. Ich wollte mich gerade wieder in meiner angeregten Fantasie verlieren, da trat meine Begleiterin aus dem Bad.
Sie war nackt, NACKT, N-A-C-K-T! Mir war, als würde mir der Boden unter den Füßen weggezogen. Hätte ich nicht gesessen, wäre ich geradewegs umgefallen.
Sie bemerkte meinen Schreck und sagte: »Du brauchst nicht erschrecken, ich bin zu Hause oft, eigentlich die meist Zeit, nackt. Ich hasse es, Kleider tragen zu müssen, und so entledige ich mich ihrer meistens sehr schnell. Wenn du möchtest, zieh dich doch auch einfach aus!«
Jetzt ging gar nichts mehr. Ich muss wohl puterrot im Gesicht gewesen sein, außerdem bekam ich einen Schluckauf – mein treuer Begleiter in vermeintlich peinlichen Situationen.
Sie bemerkte beides und versuchte mich zu beruhigen, indem sie auf mich zukam und mich umarmte. Ich war wie elektrisiert, als ihr Körper den meinen berührte. Ich spürte ihre nackte Haut durch meine Kleidung und es war ein geiles Gefühl. Hätte ich Nackenhaare gehabt, sie hätten sich aufgestellt. Aber bei mir stellte sich etwas anderes auf. Ich bekam eine Erektion. Da ich nur leichte Shorts anhatte, wurde die Beule unübersehbar. Ich hätte in den Boden versinken können.
Sie schien sich ihrer Wirkung auf mich voll bewusst und sagte: »Ist doch nicht schlimm, ist doch das Normalste auf der Welt, und ich fasse es als Kompliment auf, anscheinend findest du mich ja attraktiv. Ich mag Schmeicheleien. Aber jetzt musst du dich auch ausziehen.« Ja, was sollte ich bei so viel Offenheit anderes wollen? Ich entledigte mich meiner lästigen Kleidungsstücke und war dann auch vollkommen nackt, NACKT, N-A-C-K-T! Mir war nun alles egal. Nein das ist eigentlich der falsche Ausdruck, ich fand allmählich Gefallen an der Situation, wie sie war. Ich setzte mich ganz offen auf das Sofa, versteckte meine Scham nicht, sondern zeigte ihr meinen Penis, meinen Schwanz – und sie schaute hin. Es war nichts Anrüchiges dabei, es schien wirklich das Normalste auf der Welt zu sein. Diese Offenheit und Selbstverständ¬lichkeit gefielen mir immer mehr. Warum sich eigentlich verstecken? Ich genoss die Situation, wie sie war.
Lisa setzte sich ebenfalls auf das Sofa, rückte an mich heran und fragte dann: »Darf ich deinen Schwanz streicheln?« Meine Zustimmung bekräftigte ich mit intensivem Kopfnicken.
Ich hätte mir nichts Schöneres vorstellen können. Sie berührte meinen Schwanz erst sanft mit ihren Fingerspitzen, strich mit ihnen über den ganzen Schaft, auf der Oberseite hinunter bis zu meinem Sack, an der Unterseite wieder zurück bis zur Eichel.
»Einen schönen Schwanz hast du«, war ihr Kommentar dazu. »Er ist schön und hart!« Meine Empfindungen explodierten wie kleine Feuerwerksraketen, kleine feine Nadelstiche durchzogen meinen Schwanz. Jetzt bloß nicht aufhören, dachte ich, aber sie ging wieder auf Distanz und setzte sich mir gegenüber in einen Sessel. »Ich möchte, dass wir uns langsam annähern und kennenlernen. Gib mir Zeit, ich weiß, dass Männer da anders ticken, sie gehen schnell aufs Ganze. Aber das gefällt mir nicht!«
Auch gut, dachte ich so bei mir, wenn’s weiter nichts ist. Heißgemacht und fallen gelassen! Beleidigt zog sich mein Schwanz zurück, fiel in sich zusammen, so eine Blamage. Sie bemerkte meine Regungen und musste schmunzeln. Auch das noch, jetzt lacht sie mich sogar noch aus, macht sich lustig über mich. Ich wollte mich schon wieder anziehen und mich aus dem Staube machen, da kam sie auf mich zu und umarmte mich. Ich ließ es zunächst gleichgültig zu – dann jedoch war mein Gekränktsein wie weggepustet und ich fing an, ihre wohlige Wärme zu genießen. Eng umschlungen gingen wir auf das Sofa zu und machten es uns darauf gemütlich. Wir lagen einfach da, eng umschlungen. Ich spürte die Wärme ihres Körpers, konnte ihren Herzschlag hören.
Sie legte sich auf den Rücken. Ich setzte mich seitlich von ihr und begann sie zu streicheln, zu massieren. Ich fing beim Bauchnabel an, umkreiste ihn mit dem Zeigefinger, danach legte ich die ganze Hand auf ihre Bauchdecke. Wie straff sie war, glatt und straff! Ich zog immer größere Kreise und berührte dabei ihre Haut zunächst sanft. Meine Hände waren wie Erkundungsorgane in einer Welt, wo es viel zu entdecken galt. Mit glucksenden Ge¬räuschen kommentierte meine Gastgeberin mein Vorgehen, sie genoss die Berührungen sichtlich. Beim Übergang zu ihren Brüsten ließ ich endgültig meine letzte Scheu fallen und gab mich meinem Tun ganz hin. Da sie auf dem Rücken lag, schienen ihre Brüste jetzt weniger füllig, dafür aber breiter und sie fühlten sich verdammt weich an. Ich kuschelte meinen Kopf darauf und kam mir vor wie im Himmel. Nach einiger Zeit puren Genießens setzte ich meine Erkundungsreise fort. Von der Brust wanderte ich über den Bauch zu ihren Beinen, Schenkeln und Füßen. Dort, wo die Beine am Rumpf ansetzten, an der Innenseite ihrer Ober¬schenkel, war sie sehr empfindsam. Es genügte ein leichtes Darüberfahren mit meinen Fingerspitzen und kleine Lustschreie kamen aus ihrem Mund, die sich wie Musik für mich anhörten. Immer wieder gelang es mir, eine neue »Melodie« zu intonieren. Ihre Oberschenkel waren kräftig, während die Unter¬schenkel eher grazil und schmal wirkten. Sie hatte kleine Zehen und eine weiche Fußsohle. Ich spielte mit den Zehen, ließ meine Finger in die Zwischenräume gleiten, so wie man Hände faltet. Dann wanderte ich mit meinen Händen wieder Richtung Kopf. Ihre Genitalien, ihre Möse streichelte ich mehr flüchtig, aber meine neue Freundin wand sich unter der Berührung. Eine nähere Erkundung verschob ich erst mal. Bei ihrem Gesicht angekommen, stellte ich fest, dass sie die Augen geschlossen hielt. Ihr Gesichtsausdruck war entspannt, ein Lächeln lag auf ihren Lippen. Ich nahm meine ganze Hand und strich ihr über die Wangen. Ihre kleine, spitze Nase erhob sich wie ein Stück elementarer Lebenserfahrung aus einem Pool von Alltagserlebnissen. Jetzt nahm ich den Geruch, der mir schon beim Betreten des Wohnzimmers aufgefallen war, erneut auf ihrer Haut wahr. Sie roch ver-dammt gut, nach Erde, Patschuli und Blumen, eine Mischung von Düften, die sich in Verbindung mit ihrer Haut zu einem solchen Gesamtkunstwerk von Aromen steigerten, dass ich nicht genug davon bekommen konnte und immer wieder an ihr riechen musste, um die Intensität nicht abklingen zu lassen. Ich entdeckte kleine Falten in ihren Mundwinkeln, die ich versuchte, glatt zu streichen, denn sie zerstörten auf der einen Seite die Vorstellung ewiger Attraktivität. Aber gleichzeitig waren diese Falten der Beweis, dass Schönheit, wirkliche Schönheit, sich nicht allein an Äußerlichkeiten festmachen lässt.
Sie bemerkte mein Stocken und meinte, ohne die Augen zu öffnen: »Ja so ist das, jeder wird älter und jeder muss einmal sterben!«
Ich antwortete: »Ja, das stimmt wohl, aber noch ist es nicht so weit.« Ich gab ihr einen Kuss auf den Hals und sie schnurrte genüsslich. Dann drehte sie sich auf den Bauch. Ihre Rückansicht ließ mich dahinschmelzen. Besonders ihre Hüften und ihr Po faszinierten mich derart, dass mein Schwanz beim Anblick dieser Reize wieder anschwoll. Wie von selbst begannen meine Hände von oben nach unten über ihren Rücken zu gleiten. Mehrmals fuhr ich die Rundungen ihrer Hüften und die perfekte Wölbung ihres Pos ab, glitt darüber wie über ein Relief. Es war, als sollten meine Hände das bestätigen, was ich mit meinen Augen sah.
...
»Es macht riesigen Spaß, so nackt Fahrrad zu fahren, ohne Höschen, aber ich glaube, das ist eher was für Frauen als für Männer«, gab sie mir neckisch zu verstehen.
»Das würde ich so nicht behaupten«, antwortete ich, zog meine kurze Hose aus und setzte mich – nun ebenfalls untenrum nackt – wieder auf mein Fahrrad. Auch ich hatte schon einmal ganz für mich allein das Nackt-Fahrradfahren ausprobiert. Es war ein herrliches Gefühl, ohne Beengung an einem warmen Tag durch die Börde zu gondeln.
Nun ist es aber so, dass an einem normalen Wochentag die Bördelandschaft zwar nicht überschwemmt wird von anderen Fahrradfahrern oder Fußgängern, aber ab und zu begegnet man einem Vertreter dieser Spezies eben doch. Diese Aussicht machte mir ein wenig Sorgen. Lisa schien meine Gehemmtheit zu bemerken und sagte: »Mir macht es nichts aus, wenn andere Leute mich so sehen, auch mir fremde Menschen nicht.« Das hieß also, wir würden weiter nackt fahren und uns nichts anmerken lassen, wenn uns Menschen begegneten. Wir würden ihnen einen guten Tag wünschen und so tun, als sei unserer Zustand nichts Besonderes.
Lisa wurde immer übermütiger. Sie zog nach und nach weitere Kleidungsstücke aus und verstaute sie in den Packtaschen ihres Fahrrades. Bald saß sie splitterfasernackt auf dem Rad und es machte ihr sichtlich Freude und Vergnügen, sich so zu bewegen. Für mich war es eine Wonne, sie zu beobachten, wie sie durch die Landschaft fuhr. Teilweise hob sie sich mit ihrer Statur und ihrem Aussehen krass von der Umgebung ab, manchmal schien sie aber auch damit zu verschmelzen.
Ich fand es äußerst erregend, ihre geschmeidigen Bewegungen zu verfolgen, wie sich ihr Po mal zur einen, mal zur anderen Seite des Sattels hob und wieder senkte. Es war geradezu unverschämt geil, wie sich ihre Schamlippen am Sattel rieben. Wenn sie durch ein Schlagloch oder über eine Welle des Weges fuhr, hüpften ihre Brüste auf und ab. Dieser Anblick gab letztendlich den Ausschlag, dass ich mich nicht mehr im Griff hatte. Mein Penis schwoll an, ich bekam einen mächtigen Steifen und mein Verlangen nach Lisa wuchs ins Unermessliche. Aber ich erinnerte mich auch an ihre Worte. Das war ernüchternd und hatte zur Folge, dass meine Erektion nur von kurzer Dauer war. Meine Widersprüchlichkeit wuchs noch mehr, als ich in der Ferne Spaziergänger näherkommen sah.
***
Als Lisa die auf uns zukommenden Spaziergänger sah, erschrak sie nicht, sondern brauste zu meinem Entsetzen geradewegs auf das ältere Pärchen zu. Was sollte das und was käme jetzt noch? Bei Lisa musste man mit allem rechnen.
Ich sah, wie sie anhielt und mit den beiden sprach. Ich fuhr extra langsam, um dieser für mich peinlichen Situation zu entgehen. Aber ich musste wohl oder übel an ihnen vorbei. Lisa hatte ihre Fahrt inzwischen fortgesetzt, ich sagte brav »Guten Tag« und fuhr schnell weiter. Ich war überrascht, als mein Gruß freundlich erwidert wurde, und hörte den Mann noch sagen: »Sie machen es richtig, bei dem schönen Wetter und mit einer solch netten Begleitung. Viel Spaß Ihnen noch!« Die Frau an seiner Seite lächelte freundlich und nickte zustimmend.
Mit allem hatte ich gerechnet, aber nicht mit einer solch positiven Reaktion. Im Gegensatz zu Lisa war ich ängstlich gewesen, hatte negative Befürchtungen, peinliche Gefühle gehabt. Im Nachhinein kam ich mir dumm vor und ärgerte mich über meine – wie ich es empfand – spießigen Gedanken.
Ich holte Lisa wieder ein und fragte sie: »Was hast du zu denen gesagt?« Mehr kleinlaut fügte ich hinzu: »Ich hab mich wohl ziemlich spießig benommen!«
Sie gab mir zur Antwort: »Ich habe den beiden netten Leuten einen Guten Tag gewünscht und mit ihnen über das herrliche Wetter gesprochen. Hätte ich mich etwa für meine Nacktheit entschuldigen sollen, wäre es dir dann besser gegangen? Ich tue doch nur, was mir gefällt. Warum sollte ich mich verleugnen, warum sollte ich keinen Spaß mehr haben dürfen? Du mit deiner Voreingenommenheit. Die kannst du für dich behalten, die will ich nicht!«
Peng, vor den Latz geknallt. Das saß! Sie fuhr sichtlich verärgert weiter und ich nahm mir erst mal eine Auszeit, um nachdenken zu können. Eigentlich war doch alles in bester Ordnung gewesen, als Lisa und ich in trauter Zweisamkeit durch die Gegend gegondelt waren, ohne Gedanken der Peinlichkeit bei mir. Es waren Gefühle der Schönheit und der Geilheit gewesen, die mich eine zustimmende Haltung zu unserem Tun einnehmen ließen. Aber kaum fühlte ich mich von Unbeteiligten beobachtet, gewannen moralische Bedenken die Oberhand und vermiesten mir mein ursprüngliches Gefühl.
Aber woher kamen solche Gedanken? Es musste irgendetwas mit meinen Erfahrungen aus der Kindheit, mit meiner Entwicklung zu tun haben. In meinem Elternhaus war Nacktheit nie ein Thema gewesen. Ich habe meine Eltern niemals nackt gesehen, Sexualität war ein Tabu, diesbezüglich gab es keine Vor- oder Leitbilder für mich. Ich musste mir eine Weiterentwicklung auf diesem Gebiet selbst hart erarbeiten, war ein Spätzünder gewesen. Außerdem war ich es nicht gewohnt, mich nackt zu zeigen, war es nicht gewohnt, anderen zu signalisieren: Seht ruhig her, dies ist mein Körper, dies ist meine Nacktheit, dies bin ich. Ich war verklemmt, darauf schien alles hinauszulaufen. Aber nun war ich erwachsen, Herr meiner selbst, so dachte ich zumindest. Ich hatte alle Möglichkeiten, anders zu sein, anders zu reagieren als mit meinen anerzogenen Handlungsmustern. Aber anstatt dieses Potenzial zu nutzen, mich frei zu bewegen, wie ich es wollte, hielt ich mich an moralischen Bedenken fest, die mich als Spießer entlarvten. Nun kam da so eine nette, kecke, freche Göre wie Lisa vorbei, tauchte in meinem Leben auf und lehrte mich eines Besseren. Es war ein Lehrstück erster Güte.
So sah ich Lisa im Hier und Jetzt in einiger Entfernung nackt vor mir hergondeln. Einer Fata Morgana gleich glitt sie durch die Börde in einer natürlichen Schönheit, scheinbar eins mit sich, ihren eigenen Bedürfnissen und ihrer Umwelt. Sie war bereits jetzt zu einem wichtigen Teil meines Lebens geworden. Ich teilte mit ihr die intimsten Dinge. Ich konnte die Qualität dieser Beziehung klar sehen und auch, welchen Wert sie für mich darstellte. Deshalb trat ich in die Pedale, um sie möglichst schnell einzuholen und ihr diese wichtigen Dinge zu sagen. Als ich bei ihr ankam, schien ihr Ärger verflogen. Sie pfiff ein Lied, es war die Melodie »Weil ich ein Mädchen bin!« von Lucilectric.
Wie passend, dachte ich bei mir, verkniff mir aber einen Kommentar und sagte: »Können wir mal ’ne Pause machen, ich möchte dir was sagen!« Sie war einverstanden und bei der nächsten Gelegenheit hielten wir an. Wir lehnten die Räder an einen Zaun, ich nahm die mitgebrachte Picknickdecke aus den Satteltaschen meines Fahrrads. Unter einer mächtigen Eiche, die etwas abseits des Weges auf einer Wiese stand, breiteten wir die Decke aus und legten uns darauf.
»Ich muss dir was sagen«, wiederholte ich unsicher. »Dein Ärger auf mich vorhin hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich glaube, ich bin nach wie vor verklemmt und scheu im Umgang mit Nacktheit und Sexualität, wenn andere Personen ins Spiel kommen. So wie eben bei den beiden Spaziergängern. Ich möchte dann am liebsten vor Scham im Boden versinken. Mein Verstand und mein Intellekt geben mir zwar zu verstehen, dass ich das eigentlich gar nicht nötig habe. Ich bin ein freier Mensch und bin keinem anderen Rechenschaft für meine Nacktheit schuldig. Aber dieser innere Widerspruch lässt mich Sachen machen, die ich im Nachhinein bereue. Ich wäre gern auch so frei wie du. Du scheinst damit ja keine Probleme zu haben. Jedenfalls wollte ich dir sagen, dass ich sehr froh bin, dass es dich in meinem Leben gibt, dass ich dich kennenlernen durfte und hoffentlich noch weiter kennenlernen darf.«
Lisa hörte mir aufmerksam zu, dachte eine Weile nach, kuschelte sich dann schweigend an mich und begann mich zu liebkosen. Ich legte mich wie ein Maikäfer auf den Rücken und ließ mit mir machen. Sie bedeckte mich mit Küssen, angefangen bei der Stirn. Es waren kurze, prägnante Küsse, die ich spürte, ihre Lippen waren mal feucht und fest, mal weich. Es waren sicher an die hundert, mit denen sie meine Stirn bedeckte. Dann ging sie weiter zu den Augenhöhlen und den Wangen. Die Augenhöhlen bedeckte sie scheinbar schützend mit ihrem küssenden Mund, die Wangen erfuhren eine ausufernde Behandlung, die mein Gefühlsspektrum noch erweiterte.
Die Nase bekam nur einen Kuss, beim Mund waren es feuchte, zum Teil fordernde, zum Teil spielerisch kreisende Zungenküsse, die ich erwiderte. Lisa wurde immer erregter, ihr Atmen ging schwerer. Aus ihrer Kehle entwich immer wieder ein Stöhnen, das mich immens antörnte und erregte. Es fiel mir zum ersten Mal auf, dass sie heute nach nichts Besonderem roch. Irgendwie hatte ich den Geruch nach Patschuli und Moschus in ihrer Wohnung mit ihr in Verbindung gebracht, aber diesmal roch sie nur nach sich selbst. Es war auf keinen Fall unangenehm, eher erregend. Es hatte Frauen in meinem Leben gegeben, deren Eigen¬geruch ich als störend empfunden hatte, was letztendlich ein wesentlicher Grund gewesen war, keine längerfristige Beziehung mit ihnen einzugehen. Ich konnte sie buchstäblich nicht riechen. Bei Lisa war das anders. Ich hatte zwar zunächst diesen Patschuli-Moschus-Mix bei ihr wahrgenommen, aber auch als sie nach nichts roch, konnte ich sie gut riechen und schmecken. Ich sah das als gute Voraussetzung.
Lisa setzte nun ihre küssende Körpererkundung an meinem Oberkörper, meiner Brust, meinen Schultern und meinem Bauch fort. Vom Hals kommend, küsste sie zunächst meine Brust. Es war ein verlangendes Küssen, fast schon ein Saugen. Da ich mein T-Shirt noch anhatte, blieben die von ihr bedachten Stellen längere Zeit feucht, einige wurden unter ihrem Saugen heiß und blieben länger durchblutet. Es war ein komisches Gefühl, als sie mir das Shirt auszog und an meinen nackten Brustwarzen zu saugen begann. Zunächst nahm sie die einzelne Brustwarze komplett in den Mund und ließ ihre Zunge kreisen.

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