Leseprobe von:
Vollkommene Geilheit | Erotische Geschichten
von Monica Mitchell
Und irgendwie hatte Tom das Gefühl, dass ihn das so schockierte, wie es eigentlich Robin schockieren sollte.
Robins Finger glitten über Toms Brust, Schultern, Hals und Bauch, gingen wieder hoch zu seinem Gesicht. Sie inspizierte ihn ganz genau. Wahrscheinlich war er der erste Mensch, den Robin berührte. Daher würde er es nie wagen, dies zu unterbinden. Und so streiften Robins Fingerkuppen über ihn, als wollten sie jeden Millimeter genau erfassen.
Aber eine Frage gab es da noch. Eine wichtige.
Sie berührte ihn, aber was war, wenn er sie berührte?
Erst jetzt spürte er, wie sehr er sich das wünschte. So lange schon wünschte.
Ohne sexuellen Hintergrund.
Manchmal, zu unregelmäßigen Zeiten und in nicht vorhersehbaren Situationen, berührte Robin ihn mal an der Hand. Sie hatte ihn sogar mal über das Gesicht gestreichelt. Aber er hatte sie nie berührt.
Tom hob seine Hand, ganz langsam, ganz vorsichtig. Dabei hielt er die Luft an, er wagte es nicht einmal zu atmen.
Robin sah ihn weiter an und berührte ihn. Tom wusste, dass Robin seine Hand nicht direkt in die Richtung seiner Hand blicken musste, um sie zu sehen. Robin nahm sehr gut Dinge wahr, die sich in ihrem peripheren Sichtfeld befanden. Sie sah also seine Hand und bewegte sich nicht weg, zeigte keine ihrer sonstigen Abwehr- oder Fluchtreaktionen. Trotzdem wirkte sie nervös. Weil er sie gleich berühren würde oder weil sie es nicht erwarten konnte?
Toms Fingerkuppen berührten Robins Gesicht und er atmete aus. Es war ein so unglaubliches Gefühl. Er konnte sich nicht daran erinnern, wann sich etwas so wundervoll angefühlt hatte. Doch, eben ihre Lippen auf den seinen.
Sanft streichelte er über ihr Gesicht, mit seinen Fingerkuppen und mit der Rückseite seiner Finger, als sei sie etwas unglaublich Kostbares. Was sie ja auch war.
Langsam wagte er es, seine ganze Hand zu nehmen, so über ihr Gesicht zu streicheln, ihren Hals, ihre Schultern, die Arme entlang.
Und sie ließ es zu, wich nicht zurück, zuckte nicht.
Tom streichelte die Hand, die seine streichelte. Fuhr den Arm wieder höher, zur Schulter, um dort zu zögern und seine Finger über ihr ...
Ihre Haut war ein Erlebnis für sich. Wahrscheinlich lag es daran, dass er nie, wirklich nie geglaubt hatte, dass er ihre Haut je spüren würde.
Tom hatte Angst, dass er zu weit ging. Irgendwann musste dieser Traum doch enden. Schon dies hier war viel mehr, als er je in seinem Leben erwarten konnte. Und doch zog sich Robin nicht zurück, ließ all seine Berührungen zu.
Seine Fingerkuppen glitten an ihrem BH entlang, von der einen ... zur anderen und wieder zurück. Ganz langsam und jeden Moment genießend.
Robins Hände glitten von Tom zurück und sie betrachtete sein Gesicht, speziell seine Lippen.
Und dann griff sie hinter sich und löste die Haken ihres BHs.
Tom konnte nicht anders als schlucken.
Robin streifte die Träger über ihre Schultern und warf den BH zur Seite. Wieder sah sie nicht, wo er landete. Wieder sah sie ihm nicht nach.
Tom sah in Robins Augen, dann ging sein Blick hinunter.