Leseprobe von:
Der SexUrlaub zwischen Gier und Macht | Erotischer SM-Roman
von Michael Bennett
»Michael, hilf mir bitte!«, mit diesen Worten winkte er mich zu sich hinter die Bar. »Und die Damen nehmen bitte an der Theke Platz. Die Bar ist eröffnet!«
Stephanie drehte Musik auf. Die beiden Frauen setzten sich auf die Hocker. Ich schnitt die Limetten, Peter mixte die Cocktails, als wäre er ein professioneller Barkeeper. Absolut souverän.
»Der Name ›Caipirinha‹ heißt übersetzt: Unschuld vom Lande«, erklärte Peter mit einem Lächeln, als er meiner Frau den Cocktail reichte.
Beeindruckt nickte sie und grinste ihn an.
»Auf die Unschuld vom Lande!«, sagte Sarah und wir hoben die Gläser.
Die Stimmung war ausgelassen.
Ich weiß nicht, wer es angesprochen hatte, aber irgendwann ging es um das Thema Eifersucht. Wir diskutierten über die These, dass jeder eifersüchtig sei. Der eine mehr, der andere weniger. Männer seien grundsätzlich eifersüchtiger als Frauen, stellte Stephanie fest und Sarah stimmte zu. Peter und ich sahen das anders. Wir waren der Meinung, nicht eifersüchtig zu sein. Das Thema wurde noch eine Weile weiterdiskutiert, bis Stephanie Sarah an sich zog und anfing, sie zu küssen. Lange. Mit Zunge. Mir fehlten die Worte. Ich schaute mit leicht offenem Mund zu.
Meine Frau war für eine Sekunde auch überrascht und zuckte zurück. Aber als ihre Lippen Stephanies berührten, gab sie sich völlig hin. Sie küssten sich zärtlich, hingebungsvoll.
Peter stand mit verschränkten Armen lächelnd neben mir und beobachtete das Ganze.
Ich wusste nicht genau, ob ich wegschauen sollte. Ob es den beiden unangenehm war, wenn ich hinsah, oder ob es mir peinlich war, zuzuschauen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit ließ Stephanie von Sarah ab.
»Und? Eifersüchtig?«, fragte sie, während sie den Hals meiner Frau streichelte.
»Ich nicht. Du, Michael?«, fragte Peter.
»Nein! Natürlich nicht!« Die Unsicherheit in meiner Stimme war nicht zu überhören. Aber es war tatsächlich kein Gefühl von Eifersucht. Vielmehr eine Mischung aus Peinlichkeit und Erregtheit.
»Gut.« Stephanie nahm Sarah an die Hand. Sie schloss die Schiebetür zum Schlafzimmer von innen und ließ dabei einen kleinen Spalt offen.
Peter lächelte mich an. Wortlos. Er schaltete die Musik aus. Wir lauschten. Die Geräusche von Küssen, Schmatzen, leisem, kaum hörbarem Stöhnen, einem Reißverschluss, ein Klicken ...
Ich stellte mir vor, wie Stephanie Sarah das Kleid auszog und den BH öffnete. Wie sie ihren Hals küsste, ihre ... Die Geräusche starteten mein Kopfkino.
Wieder ein Reißverschluss. Klicken. Schmatzen. Kussgeräusche. Leise.
Ich hielt es kaum aus. Was taten die beiden? Meine Frau war dort mit einer Fremden, die wir erst vor kurzem kennengelernt hatten, und ihr Mann stand neben mir. Was war hier los? Waren wir zu betrunken?
Etwas fiel auf den Boden. Ein dumpfer Ton. Kurz. Ein Kissen? Noch mal. Ein zweites, das vom Bett gefallen war? Ich stellte mir vor, wie sie in der 69er-Position übereinander lagen. Wie sie es miteinander trieben. Kussgeräusche. Leichtes Schmatzen. Wer verführte wen? Wer dominierte wen?
Ist das unsere Männerdenke?