Leseprobe von:
Mach mich scharf! 10 Erotische Geschichten
von Lucy Palmer
In der Zwischenzeit habe ich mich gegen die Wand gelehnt und meine langen Beine angewinkelt, damit Mrs Chaney nicht darüberstolpert. Ich höre, wie sie an etwas herumhantiert und plötzlich fällt ein schmaler Streifen schwachen Lichts auf mich. Sie hat den Kasten der Notsprechanlage geöffnet und hat sofort einen Techniker in der Leitung, der schon fieberhaft an dem Problem arbeitet. Aber mit einer halben Stunde müssten wir rechnen, meint er.
Eine halbe Stunde!
Die kleine Notbeleuchtung des Sprechkastens taucht die Kabine in ein gespenstisches Zwielicht. Mrs Chaneys Silhouette ist sehr kurvig. Das fällt mir jetzt noch deutlicher auf als zuvor.
»Mr Hillin, haben Sie gehört? Bald kommen wir hier raus«, sagt sie zuversichtlich. »Mr Hillin? Was ist denn nur los mit Ihnen?«
Was soll ich ihr sagen? Dass sie mich ängstigt und erregt zugleich? Ich merke bereits, wie sich der Verräter in meiner Hose ein schnelles Abenteuer erhofft. Er liebt Mrs Chaneys Formen. Er hat ja keine Ahnung, was er mir damit antut!
Ich atme mehrmals tief ein und aus, um mich zu beruhigen.
»Mr Hillin, haben Sie vielleicht Platzangst?«
»Ja«, lüge ich, in der Hoffnung, sie mir damit vom Leib zu halten.
Sofort knallt sie das kleine Türchen zu. Die Dunkelheit hat uns wieder. »Sie werden jetzt genau das tun, was ich Ihnen sage, Mr Hillin«, meint sie in ihrem gewohnt strengen Ton.
Ich schlucke schwer. »Ja, Ma’am.« In meiner Fantasie sehe ich sie nackt vor mir. Sie befiehlt mir, mich auszuziehen ...
»Stellen Sie sich vor ... Sie liegen ... auf einer Wiese. Genau! Es ist Nacht, weshalb Sie nichts sehen können, und der Himmel ist bewölkt. Es ist stockdunkel, aber um Sie herum breiten sich mehrere hundert Hektar unbebautes Land aus.« Ihre Stimme ist plötzlich ein warmer Hauch an meinem Ohr.
»Können Sie mir so weit folgen?« Ihre Hand auf meiner Schulter schickt Stromstöße durch meinen Körper.
Ich bringe gerade noch ein krächzendes »Ja« heraus.
»Legen Sie den Kopf auf meinen Oberschenkel.«
Ober... schen... kel?
Sie setzt sich tatsächlich neben mich, tastet nach meinen Schultern und zieh mich einfach auf sich.
Ihr Bein ist fest und warm. Der verlockende Geruch ihrer Leibesmitte steigt mir in die Nase. Ich bräuchte nur meinen Kopf ein Stück zu drehen und läge direkt in ihrem Schoß. Weiß diese Frau, was sie mir damit antut? Nach dem heutigen Abend wird in meinem Leben nichts mehr sein wie zuvor.
Plötzlich fährt sie mit der Hand durch mein Haar. Unendlich zärtlich. Das kann nicht Mrs Chaney sein, die ist zu solchen Handlungen nicht fähig!
»Sie schwitzen ja, Sie Armer. Versuchen Sie sich zu entspannen.«
Ihre tastenden Hände treiben mich in den Wahnsinn. Gerade noch kann ich ein Stöhnen unterdrücken, doch als sie meine Brust berührt, keuche ich auf.
»Pssst. Wir liegen auf einer großen Wiese. Schon vergessen?«, flüstert sie.
Eine halbe Stunde ... geistern die Worte durch mein Gehirn. Eine halbe Stunde, in der ich meinen Fantasien nachhängen kann. Ganz langsam löst sich meine rechte Hand aus der Starre und wandert zu meinem Schritt.