Leseprobe von:
Im Reich der versauten Prinzessinnen | Erotischer SM-Roman
von Dalia Ashcroft
Ab dem Zeitpunkt, als Roberto, der damalige Fotograf, die Idee hatte, mich nicht nur mit Porträtfotos, sondern mit meinem gesamten körperlichen Ausdruck ins Licht zu setzen, zog ich eine komplett neue Klientel an. Er hatte in mir immer schon eine Prinzessin gesehen und wollte jene für alle sichtbar machen. Ich folgte seinem Rat, für die Fotos meine weiblichen Reize viel mehr spielen zu lassen. Damit hatte der Kerl voll ins Schwarze getroffen. Auch wenn ich mich anfangs etwas schwer damit tat, so vertraute ich seiner fachlichen Kompetenz und ließ mich dazu überreden.
Die Ablichtung von damals zeigte mich in eng anliegenden schwarzen Businesshosen, die weiße Bluse so weit aufgeknöpft, dass gerade der obere Rand meiner üppigen ... zu sehen war. Dadurch, dass ich mit dem einen Unterarm meine ... nach oben schob und mich mit meinem Oberkörper etwas nach vorn neigte, wurde mein üppiger ... besonders betont. Meine blonden langen Haare hatte ich streng nach hinten gekämmt und zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Der Hals wurde von einem eng anliegenden Edelsteincollier geschmückt. Meine Füße steckten in knallroten High Heels. Die Füße hatte ich auseinandergestellt, sodass ich mit etwas provokant gespreizten Beinen auf einem mit rotem Stoff überzogenen, antiquarischen Sofa saß. Den rechten Ellbogen hatte ich auf meinem Oberschenkel aufgestützt, den Zeigefinger hierbei an meine rot geschminkten, vollen Lippen gelegt. Die Pose hatte für mich etwas sehr Provokantes. Interessanterweise machte sie mich geil. Jeder, dem die Geste galt, hatte zu schweigen und sich an meine Regeln zu halten.
Mein Fotograf war begeistert. Er beugte sich in alle Richtungen, um mich aus den verschiedensten Winkeln in der Pose einzufangen. Ein schnell aufeinanderfolgendes Klicken war zu hören, wenn er auf den Auslöser drückte.
»So ist es gut, meine Prinzessin. Bleib so.«
Aber anstatt der Aufforderung des Fotografen zu folgen, begann ich, auf meine Art mit meiner Weiblichkeit zu spielen. Ich wollte den Fotografen provozieren. Während jener damit beschäftigt war, sich zu ducken, um mich optimal abzulichten, begann ich, langsam mit meiner Zunge über den an meine Lippen angelegten Zeigefinger zu lecken. Ich stellte mir hierbei vor, dass es sich um ... des Fotografen handelte.
Die Fotokamera schien heiß zu laufen. Mein Fotograf war dermaßen von meinen kreativen Elementen angetan, mit denen ich mich urplötzlich in die Fotosession einbrachte, dass er seine Hände nicht mehr vom Kameraauslöser lassen konnte.
»Mach weiter, meine Prinzessin. Ich wusste, dass in dir eine versaute Seite schlummert.«
Roberto war für das Fotografieren berufen. Er erkannte in den Motiven das Unsichtbare und verstand es, jenes zu beleuchten und über die Fotos sichtbar zu machen. Roberto war der erste Mann, der mich wirklich gesehen und mir den Status einer versauten Prinzessin verliehen hatte. Für das bin ich ihm noch heute unendlich dankbar.
Roberto richtete die Linse seiner handlichen Spiegelreflexkamera in meine Richtung.