Leseprobe von:
Cuckolds Paradise - Purer Kick der dunklen Lust | Erotischer Roman
von Martin Kandau
»Dinge tun, die zu dritt viel schöner sind«, hatte diese Frau gesagt.
Das war eindeutig und lag doch unter einem raffinierten Schleier. Ich konnte mir solche Sachen nicht vorstellen. Ich hatte noch viel zu wenig Erfahrung, um etwas von sexuellen Spiel-Arten und Neigungen zu verstehen. Es kam mir vor wie eine Begegnung der dritten Art, dort auf dem Berggipfel.
Eigentlich ärgerte ich mich, weil ich wieder mit meiner eigenen Naivität und Unschuld konfrontiert war, mit meiner dummen Zurückhaltung und Scham. Diese Eigenschaften machten es mir oft schwer, die Menschen zu verstehen, mich auf sie einzulassen. Und wie so oft hatte ich auch in dieser Situation Abstand von ihnen genommen. Ich hielt mich unwissend. Diese Begegnung aber ging mir nach. Sie begleitete mich über Jahre wie ein Rätsel, dessen Lösung ich vor mir herschob.
Ich verstand den Ehemann nicht. Sollte er denn die Reize seiner Frau nicht für sich beanspruchen und sie eifersüchtig bewachen? Warum wollte er diese schöne, starke, unglaubliche Frau nicht einzig für sich selbst? Welchen Gewinn gab es ihm, sie zu teilen? Wie konnte er Lust daraus schöpfen, dass ein anderer Mann die eheliche Intimität verletzte? Wie konnte er es aushalten, dass ein Fremder seine Frau begehrte und berührte, streichelte und küsste und mehr? Peitschte ihn dieser Anblick denn nicht aus?
Das erschien mir wie eine Art von Masochismus. Ich verstand dieses Paar nicht und stellte mir vor, in welchen Abgründen es wandelte. Erst später verstand ich, dass die beiden eine Beziehung führten, in der es keine Geheimnisse und keine unerfüllten Sehnsüchte gab. Solche Leute konnten sich in ihren dunkelsten Fantasien begegnen, diese miteinander teilen und auf aufregende Art ausleben. Aus dieser Offenheit heraus verlor sich die Distanz, und eine unglaubliche Nähe, Vertrautheit und Bindung trat ein.
Einen guten Eindruck hatte das bergwandernde Paar gemacht. Ganz normale, gut gestellte Leute. Freaks schienen sie wirklich nicht gewesen zu sein. Sie kamen mir eher wie ruhige, strukturierte Verwaltungsangestellte vor. Beide sehr gepflegt und den Wohlstand deutscher Existenz darstellend. Die Frau in den Vierzigern, der Mann Ende vierzig. Beide vielleicht schon lange verheiratet. Beide wohl nicht mehr ganz so aufregend füreinander - vielleicht suchten sie deshalb den verbotenen Reiz. Wahrscheinlich besuchten sie regelmäßig einen verschwiegenen, gediegenen Swingerclub, wer weiß ...
Am Ende dieses Tages auf dem Berg der Sinne lag ich im Bett und konnte nicht schlafen. Die Begegnung mit der tollen fremden Frau wühlte mich auf. Und ich war voller Lust!
Die Szene spielte sich in meinen Gedanken immer wieder ab, beinahe kopflos. Ich sah vor mir, wie sie die zwei Knöpfe ihrer Wanderbluse öffnete. Ich sah die nackten Ansätze ihrer schönen, vollen ... und sah in diese warme, dunkle, schwindelerregend tiefe ... dazwischen. In meinen ruhelos erregten Gedanken legte ich mein Gesicht in diese alles verheißende ... - meine ganzen Sinne tauchten darin ein. Dieser Wunsch war ...