Leseprobe von:
Die Hure von Siena | Erotischer Roman
von Johanna Söllner
Und dann schaue ich ihn an: »Zieh dich aus, Fabrizio. Ich möchte dich nackt sehen. Ich will dich so sehen, wie Gott dich geschaffen hat.«
Er zögert.
»Na komm schon. Wir beide werden eben aufpassen, dass nichts geschieht.«
Wobei ... Meine ich das wirklich ernst? Möchte ich wirklich aufpassen? Gott hat doch die Liebe zwischen Mann und Frau gewollt. Die fleischliche Liebe ... Und ich liebe ihn doch. Und er mich. Was sollte uns also hindern? Warum sollten wir zögern? Wenn es jetzt geschehen sollte und ich meine Jungfernschaft verlieren würde, dann würde es mir egal sein. Denn dann hätte ich sie auf dem Altar der Liebe geopfert, und das wäre es doch wert, oder? Doch Fabrizio bleibt standhaft. Zu standhaft für meinen Geschmack. Denn wenn ich mir etwas in meinen hübschen Kopf setze, dann will ich das auch haben. Ich bäume mich auf und werfe ihn ab. Jetzt bin ich plötzlich obenauf. Ich greife nach ihm, und ehe er bis drei zählen kann, da habe ich seinen Gürtel offen. Als ich beginne, seine Lederhose nach unten zu schieben, schmilzt sein Widerstand dahin wie Butter in der Sonne. Jetzt dauert es nicht mehr lange, und wir liegen nackt nebeneinander im Stroh. Wieder presse ich mich an ihn ... Doch gerade noch kann ich mich beherrschen. Es ist so ein verdammter Zwiespalt. Am liebsten würde ich jetzt gleich meine Jungfernschaft verlieren, doch zum anderen weiß ich natürlich ganz genau, wie unwiderruflich dies für mich wäre. Und eine Frau, die nicht mehr unberührt ist, kann nie und nimmer einen richtigen Ehemann finden. Andererseits. Wenn es doch ohnehin mein Zukünftiger ist, der es mit mir machen würde? Wieder küssen wir uns. Wieder rollen wir nackt im Stroh hin und her. Und da kommt mir eine Idee. Ich möchte mit ihm Liebe machen. Ich möchte mit ihm Liebe machen, ohne dass etwas Endgültiges geschieht. Wieder drücke ich mich an ihn, und jetzt scheint er sich in meine Liebkosungen zu ergeben. Wir wälzen uns wieder ausgelassen hin und her. Und dann flüstert er in mein Ohr: »Halt still und beweg dich nicht.«
Ich lächle ihn an und natürlich gehorche ich nicht. Ich küsse ihn. Doch dann drückt er mich in das Heu: »Wirst du gehorchen?«
Ich nicke.
»Natürlich. Ich möchte deine unterwürfige Sklavin sein.«
Er lacht lauthals auf und ich stimme mit ein.
»Du und eine unterwürfige Sklavin? Nie im Leben!«
Doch dann beginnt er, mich sachte zu streicheln. Er befiehlt mir, die Arme über den Kopf zu legen, und diesmal zicke ich nicht lange herum. Er sieht mich lange an und sagt: »Mein Gott, Lucia ... Du bist so schön.«
Sachte beginnt er mich zu streicheln. Er beginnt am Hals und fährt dann ganz behutsam ... Überall beginnt es zu kribbeln, und ich will schon den Arm ausstrecken, um seinen Kopf zu mir herunterzuziehen, um ihm einen dicken Kuss zu geben. Ich will seine harten Muskeln auf meiner Haut spüren, doch er wehrt ab.
»Du hast versprochen stillzuhalten.«
»Na gut«, maule ich und gehorche. Auch wenn es schwerfällt.
Erneut streichelt er mich und erneut rasen Schauer der Lust und der Leidenschaft durch ...