Leseprobe von:
Das Dorf der Nackten 2 | Erotische Geschichten
von Lucy Eva Gonzalez
Wenn im Dorf der Nackten die Herbstkirmes vor der Tür stand, herrschte immer Ausnahmezustand. Obwohl hier eigentlich dank der fehlenden Kleidung stets unbändige sexuelle Energie herrschte, schwoll die zu dieser besonderen Zeit dennoch zusätzlich an. Jeder Bewohner freute sich, wenn endlich die Schießbuden, Fahrgeschäfte und all die anderen Attraktionen Tür und Tor öffneten und man sich noch ausgiebiger als sonst vergnügen konnte. Es gab kaum wohl jemanden, der sich dieses Spektakel entgehen ließ. Fünf Tage lang konnte man alles ausprobieren und so lange wiederholen, bis der ... rauchte oder die ... brannte, was bei den meisten bestimmt schon nach wenigen Stunden der Fall war. Aber so war das eben in diesem Dorf. Es gab keine Tabus und jeder konnte tun, was immer er wollte.
Für Erwin und Nina war die Kirmes unumstritten ein Highlight des Jahres. Sie mochte die Geisterbahn besonders, er das geile Spiegelkabinett. Aber eigentlich war alles toll und aufregend, was da geboten wurde.
Endlich war der Tag der Eröffnung gekommen. Der Bürgermeister stand auf der Bühne, die auf dem Festplatz aufgebaut war, und sprach mit seiner tiefen Stimme zu den Dorfbewohnern, die an den Biertischen saßen und mit rot glänzenden Wangen zu ihm aufblickten.
»Ich möchte euch alle herzlich zu unserer Herbstkirmes begrüßen. Es gibt wieder viel zu bestaunen und mehr als genug Möglichkeiten, sich auszutoben.« Er hob seinen Bierkrug. »Ich wünsche uns allen viel Spaß!«, rief er und prostete den Bewohnern zu, die ebenfalls ihre Krüge und Gläser erhoben. Das flotte, von der Blasmusikkapelle angestimmte Lied war der Startschuss. Augenblicklich sprangen die Menschen auf und gingen durch den mit bunten Blumen und Gräsern umwickelten Bogen, auf dem »Herzlich willkommen« stand.
Nina zog ihre Freundin Ruth sofort zur Geisterbahn hinüber. Diese unterschied sich natürlich, wie alles hier, von einer Kirmes anderer Dörfer. So waren hier lediglich nackte Menschen mit mehr oder weniger gruseligen Masken zu finden, die es hemmungslos miteinander trieben. Wenn man Lust bekam, und das war immer der Fall, konnte man einfach aussteigen und mitmachen. Letztes Jahr hatte es Nina mit einem Zombie und seiner Frau krachen lassen, welche sich später als Harald und Susi herausstellten. Ein Ehepaar, das kurz zuvor nach Veganus gezogen war. Auf den Enddreißiger hatte Nina von Beginn an ein Auge geworfen, oder vielmehr auf seinen ..., den sie selbst im schummrigen Licht sofort erkannt hatte. Sie war echt gespannt, welche Prachtexemplare es dieses Jahr nicht nur zum Bestaunen gab. Erwartungsvoll setzten sich die beiden Freundinnen in den Wagen, der wenig später in der schwarzen Höhle verschwand. Ihre Augen hatten sich schnell an die veränderten Lichtverhältnisse gewöhnt, sodass sie die beiden Personen gut erkennen konnten. Um das möglich zu machen und eventuell auszusteigen, blieb der Wagen stehen. Das reife Paar trug Totenkopfmasken. Die füllige Frau saß auf einem Schemel, an dem sie sich hinten festhielt. Der Mann stand ...