Leseprobe von:
Versautes Verlangen | Erotische Geschichten
von Oscar Deubel
Kennen Sie das Sprichwort »Gelegenheit macht Triebe«? Ich auch nicht, ich habe es nämlich selbst so umgetextet.
Ausgangspunkt war ein schöner Sommertag. Ich war einkaufen und wollte meine Waren in zwei großen Papiertüten nach Hause tragen. Da wurde ich von einem gewaltigen Regenschauer überrascht. Die Straßen dampften richtig, und die Leute drängelten sich in die Hauseingänge, um den Guss abzuwarten. So etwas Blödes mache ich grundsätzlich nicht mit. Ich bin ja kein Weichei! Ich habe auch nur spöttische Blicke für diese verweichlichten Typen übrig.
Ich ging also stramm weiter und nahm einfach keine Rücksicht darauf, dass meine Kleidung mit jeder Sekunde mehr durchnässt wurde. Aber mit der Verletzbarkeit der Papiertüten hatte ich einfach nicht gerechnet. Fast gleichzeitig rissen an beiden Einkaufstaschen die Henkel ab und sie sausten auf den Bürgersteig. Nicht nur, dass die Taschen jetzt in einer großen Pfütze auch noch von unten durchweichten; schon rollten die ersten Äpfel und Tomaten, die ich aus Umweltbewusstsein meistens lose einkaufe, über das Pflaster.
Zum Glück befand ich mich gerade vor einer Wäscherei, vor der eine Markise ausgefahren war. Dann kam auch noch ein junger Mann in einem langen weißen Kittel aus der Ladentür und bot an, mir zu helfen. Er ließ mich in die Wäscherei eintreten und brachte mir erst einmal zwei Plastiktüten, damit ich meinen Einkauf umpacken konnte.
Dann sah er mich länger an und sagte: »Sie sind ja ganz nass!«
Jetzt schaute ich in einen großen Wandspiegel und sah selbst, dass meine weiße Bluse vollkommen durchweicht und damit auch völlig durchsichtig geworden war. Ich hatte angesichts der hohen Temperaturen auf einen BH verzichtet, sodass meine ... jetzt strammstanden und somit ernsthaft drohten, den nassen Stoff zu durchbohren. Als ich meine Hände schützend vor meinen Oberkörper halten wollte, sagte der Mann: »Kommen Sie! Ich habe doch schon alles gesehen. Es ist ohnehin Mittag. Ich sperre jetzt den Laden zu, und wir gehen nach oben in meine Wohnung. Da können Sie sich dann frisch machen, und ich suche Ihnen etwas Trockenes zum Anziehen heraus.«
Der Vorschlag gefiel mir. Ich hatte, glaube ich, auch gar keine andere Wahl. Der Mann, übrigens ein sehr netter, gepflegter Typ und etwa in meinem Alter, schloss also die Ladentür ab und stiefelte vor mir her bis in die dritte Etage, die sich als eine riesige Penthousewohnung mit Blick über die ganze Stadt präsentierte.
»Nun ziehen Sie schon Ihre Klamotten aus«, sagte er, fast schon im Befehlston.
Prüde war ich nicht, und jetzt wollte ich ihm das auch beweisen. Ich zog also meine klitschnasse Bluse aus und den leichten Sommerrock gleich hinterher.
»Und was ist mit dem Slip?«, fragte er mich leicht schelmisch.
»Nur, wenn du dich auch freimachst«, gab ich ihm frech zur Antwort.
»Nichts einfacher als das«, sagte er und knöpfte seinen Kittel auf. Darunter trug er nur eine Boxershorts, die er schnell abstreifte und mir so ... Er ging dann einfach nackt auf den umlaufenden Balkon und ...