Leseprobe von:
Nass vor Lust! Erotik Audio Story | Erotisches Hörbuch
von Jodie Seavers
Von der Dachterrasse aus hatte man einen fantastischen Blick über die Lichter der Stadt. Ich lief die breite Wendeltreppe mit den Stufen aus Riffelblech nach oben und öffnete die schwere Glastür. Als ich hinaustrat, begrüßte mich die Abendkühle und als sich die Tür hinter mir schloss, war es mit einem Mal still. Das hallende Stimmengewirr und der Sound, der wohl chillig sein sollte, mich aber nervte, seit ich ihn das erste Mal wahrgenommen hatte, blieben drinnen. Ich atmete tief durch.
»Langweilig?«, fragte eine Stimme aus der Dunkelheit heraus.
Ich erschrak und zuckte zusammen.
»Entschuldige, ich wollte dich nicht erschrecken«, sagte er, trat aus der Dunkelheit hervor und lächelte mich an. Eigentlich hatte ich keine Lust auf Gesellschaft. Aber die Luft tat gut und der Blick war toll. Verloren betrachtete ich das Lichtermeer.
»Schon okay«, sagte ich und schaute ihn an. Er lehnte jetzt an der Hauswand, rauchte und ließ ebenfalls den Blick schweifen. Ich schätzte ihn auf Mitte dreißig. Mir gefiel, wie er da stand.
»Gefällt dir die Ausstellung?«, fragte er.
»Nein. Gefällt mir überhaupt nicht«, gab ich etwas patziger zurück, als geplant. Er grinste. Leise fragte er: »Aha. Was gefällt dir denn so?«
Ich musste mich räuspern und einen großen Schluck Champagner trinken. »Was meinst du?«, fragte ich zurück, obwohl sein Blick mir ziemlich genau zu verraten schien, was er meinte. Ich bekam weiche Knie in seiner Anwesenheit. Das verwirrte mich. Ihn umgab irgendetwas, das ich nicht greifen, nicht begreifen konnte, aber ich fühlte es. Es nahm mich gefangen, ohne dass ich in der Lage gewesen wäre, mich zu wehren. Wollte ich das überhaupt? Mich wehren? Was war hier los, verdammt? Er erinnerte mich an Zartbitterschokolade, die langsam und glänzend zerfloss, verfeinert mit einem Schuss Sahne und einem Hauch Whiskey vielleicht. Ich wollte das schmecken!
»Schon gut«, sagte er nach einer Weile und riss mich damit aus meiner Schokoladenfantasie. »Ich wollte dich nicht überfallen. Wir haben uns ja auch noch gar nicht bekannt gemacht.« Er kam auf mich zu und hauchte mir einen Kuss auf die Wange. Ich stand dort wie angewurzelt. »Ich bin Tom«, sagte er. Ich glaube, ich machte ein ziemlich doofes Gesicht, als ich sagte: »Hey. Ich bin Patrizia. Aber alle nennen mich Pat.«
»Hey Pat«, flüsterte er beinahe und dabei stand er zum Greifen nah vor mir. »Und, Pat. Worauf stehst du so?«
Mir wurde heiß. Ich sagte: »Ich kann das nicht.« Und rührte mich noch immer nicht vom Fleck. Mein Körper war angespannt. Ich hatte eine Gänsehaut. Ich blickte ihm in die Augen. Sie waren dunkel und in ihnen spiegelten sich die vielen Lichter der Stadt. Ich musste den Blick abwenden.
»Was kannst du nicht?«, fragte er. »Mir sagen, worauf du stehst? Macht nichts, dann zeigst du es mir eben.« Und da war schon sein Mund auf meinem, ich fühlte seine Lippen. Ich musste aufpassen, dass meine Knie nicht nachgaben. Mein Herz wollte mir aus meiner Brust springen. Er umarmte mich und ich fühlte seine Hände auf meinem Rücken.