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Blutkuss der Begierde | Erotischer Roman

von

Dieses E-Book entspricht 184 Taschenbuchseiten

Vampirin Diana genießt ihr unsterbliches Leben in vollen Zügen. Besonders beim monatlichen »Treffen der Monsterbanger«, das sie regelmäßig in der Vollmondnacht in ihrem Haus ausrichtet, kommt sie auf ihre Kosten. Dabei versammeln sich Vampire, Hexen und Lykaner, um ihren enormen sexuellen Hunger zu stillen.
Als Diana den Buchhändler Adam trifft, fühlt sie sich wie magnetisch von ihm angezogen. Der Sex mit ihm ist phänomenal und er lässt sich auch von ihrem Blutkuss nicht irritieren. Doch eine Prophezeiung im Buch der Weissagungen besagt, dass Diana ihren Geliebten töten wird.
Ist ihr Schicksal besiegelt?

Über den Autor Carol Stroke:
Carol Stroke entführt in ihren Geschichten in die unterschiedlichsten Welten und möchte mit ihren lebensnahen Charakteren und deren Erlebnissen Emotionen hervorrufen – ob es ein Lächeln auf den Lippen ist oder ein wohliges Kribbeln im Körper. Sie liebt es, ihre Leser anfangs auf das vermeintlich Vorhersehbare zusteuern zu lassen, um sie dann mit dem Unerwarteten zu überraschen. Ihr Ziel ist erreicht, wenn die Lust ihrer Charaktere die Lust der Leser zum Höhepunkt treibt.

Blutkuss der Begierde | Erotischer Roman

von Carol Stroke

Sie war damals häufiger in Seilen an die Wand gebunden gewesen, als sie sich frei in seiner Burg bewegt hatte. Er machte sich ein Spiel daraus, seine Leibeigenen vor ihren Augen zu vögeln und zu quälen. Er nannte es Erziehungsmaßnahmen für beide Seiten. Seine Untertanen wüssten so, wie sie zu funktionieren hätten, und Diana solle lernen, wie sie sich zukünftig ihren Untergebenen gegenüber zu verhalten habe. Aber das Einzige, was sie daraus lernte, war der Hass auf diesen Mann. Als nach Jahren der Abend kam, an dem sie zu seiner Lagerstatt gebracht wurde und einer seiner Leibeigenen ihr einen Strick um den Hals legen wollte, um sie am Bett zu fixieren, erwachte in ihr zum ersten Mal die »Wut«. Ihre Augen färbten sich rot und ihr Denken wurde von Hass überdeckt. Der Untergebene hatte keine Chance. Diana biss tödlich zu und konnte fliehen.
Nach vielen Jahren kehrte sie zu ihrem »Erwählten« zurück. Jahre, in denen ihre Persönlichkeit, ihr Willen und ihre Kraft gewachsen waren … und ihre Wut. Der von sich so überzeugte Vampir hatte keine Chance gegen sie. Varro war nur noch eine schlechte Erinnerung.
Diana schloss für einen Moment die Augen und holte sich wieder ins Hier und Jetzt zurück. Sie sah, wie hinter den Hügeln die Morgenröte erwachte, und zog die Vorhänge vor die Fenster. Sie ging in ihr Schlafzimmer und fiel in einen unruhigen Schlaf, aus dem sie viel zu früh unter Fingerstupsen erwachte. Sie schlug nach diesem Etwas wie nach einer lästigen Fliege, konnte aber nichts fassen. Als sie die Augen öffnete, sah sie niemanden an ihrem Bett, aber von der Zimmertür her hörte sie ein Kichern.
»Ihr Hexen seid gemeine Biester«, lachte Diana.
Clare hob ihren Zeigefinger, stupste ihn durch die Luft nach vorn, sodass Diana erneut einen Fingerstups abbekam, bevor ihre Freundin sich zu ihr ins Bett legte. Die Hexe nahm Dianas Kopf auf ihre Brust und streichelte über das in Strähnen abstehende Haar. »Glaubst du, dass dieser Mensch der aus der Prophezeiung war?«, fragte Clare.
»Ich weiß es nicht«, flüsterte Diana leise. »Wenn es so wäre, dann ist der arme Kerl gestern seinem Tod begegnet.«
»Ach, Kleines.« Ihre Freundin gab ihr einen liebevollen Kuss auf die Stirn. Dann hob sich ihre Stimmung. »Wen bringst du denn zur Zeremonie mit? Einen Vampir oder deinen heißen Lykaner?«
»Hm, darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Sollten wir uns nicht zuerst etwas Passendes zum Anziehen holen?«
»Di, der Scherz war gut. Aber wenn du unbedingt möchtest, können wir eine Tour durch die City machen. Vielleicht tut dir die Ablenkung gut.«
Da es bereits dämmerte, machten sie sich auf den Weg. Sie fuhren mit der Viper in die Stadt, hielten etwas abseits und liefen die Einkaufsstraße entlang. Beim Betrachten der Schaufenster verglichen sie kichernd die verschiedensten Modeepochen mit der gegenwärtigen. Und dann zog es Clare in ein Antiquariat. Drinnen war das Licht gedämpft und es lag ein leicht modriger Geruch in der Luft. Es schien, als würde die Hexe von irgendeiner Macht an den Regalen vorbeigezogen.
»Warte. Wo willst du hin?«, zischte Diana der Hexe hinterher.
»Es ruft mich.«
»Wer? Oder Was?«
Beim Versuch, Clare zu folgen, stieß Diana mit einer Mauer zusammen. Diese Mauer entpuppte sich als blauäugiger, blonder Leckerbissen. – Da war er wieder, dieser Mann, der sie schon einmal aus dem Gleichgewicht gebracht hatte.
»Oh, Verzeihung. Ich war zu sehr in meine Karteikarte vertieft. Ich hoffe, Sie haben sich nicht verletzt.«
Auf Dianas Körper bildete sich eine Gänsehaut, so sehr ging ihr seine tiefe Stimme unter die Haut.
»Miss? Ist alles in Ordnung?«
»Oh«, fing sie sich wieder. »Ja, alles okay. So schnell gehe ich nicht kaputt.«
Er schaute sie etwas skeptisch an, aber im nächsten Augenblick bildete sich ein Lächeln auf seinen perfekten Lippen. »Soll ich Ihnen auf den Schreck einen Kaffee besorgen?«
Er könnte ihr so einiges besorgen. »Ähem, nein danke, ich bin lediglich hier, um meiner Freundin hinterherzurennen. Leider habe ich sie jetzt verloren.«
Der gut aussehende Mann drehte seinen Kopf zur Seite und schaute die Regale entlang. »Also wenn sie in diese Richtung verschwunden ist, dann kann sie nicht weit gekommen sein. Dort hinten ist unsere ›Giftecke‹.«
»Was bedeutet?«
»Dort bewahren wir die Bücher über Zauberkunde, Dämonologie und Mythen auf.«
»Können Sie mir eines dieser Bücher empfehlen?«
Er begutachtete sie von Kopf bis Fuß. »Also wenn ich Klischees bedienen müsste, würde ich Ihnen das Buch ›Vampire und andere Wiedergänger‹ empfehlen. Schwarze Kleidung, helle Haut und bildhübsch. Klischee bedient.«
»Sie finden mich bildhübsch?« Sie lächelte leicht.
»Oh, äh, rein sachlich gesehen.«
Sie trat auf ihn zu und stellte sich vor ihn. Er überragte sie nur knapp und ihre Augen verfolgten für einen Moment das schnelle Flattern seiner Halsschlagader. Dann schaute sie auf und ihre Blicke trafen sich. »Ich bin mir gerade nicht sicher, ob Sie mir ein Kompliment gemacht oder mich beleidigt haben.«
Im nächsten Augenblick veränderte sich sein Geruch um eine dezente Nuance. Sie schloss die Augen und sog den Duft in sich ein. Testosteron.
Er beugte sich so weit hinunter, dass seine Lippen auf einer Höhe mit ihrem Ohr waren. »Dann korrigiere ich meine Aussage. Schwarze Kleidung, helle Haut entsprechen dem Klischee. Bildhübsch entspricht den Tatsachen …«
»Diana, schnell, komm her!«, rief es von einem der hinteren Regale.
Die beiden brachten wieder Abstand zwischen sich.
»Ich komme.« Diana lief zu ihrer Freundin, die ein dickes, in Leder gebundenes Buch in Händen hielt.
»Das muss ich haben. Es heißt ›Zauber der Nacht‹. Es ist echt, Di, es ist bestimmt eines der verschollenen Bücher.«
Diana erinnerte sich daran, wie ihre Freundin diese Bücher einmal erwähnt hatte. Magische Bücher, die aus Versehen in Menschenhände geraten waren. Meist passierte das, wenn eine Hexe verstarb und ihr Coven nicht schnell genug vor Ort war.
Sie gingen zur Kasse und ihr Anrempler zog das Buch ab.
»Ich bekomme 750 Dollar von Ihnen. Es ist ein sehr interessantes Buch, ich habe es aus dem Nachlass einer älteren Dame. Sie soll wohl unter sehr merkwürdigen Umständen zu Tode gekommen sein. Aber das tut hier ja nichts zur Sache. Leider scheiterte ich beim Versuch, es zu lesen. Vielleicht haben Sie mehr Erfolg.« Er bückte sich hinter der Theke. »Hier haben Sie noch eine Tasche und meine Visitenkarte, falls ich Ihnen nochmals behilflich sein kann.«
Die Frauen verabschiedeten sich. Clare steckte das Buch in die Tragetasche, Diana die Visitenkarte in ihre Hosentasche.
Draußen wandte sich Clare an Diana. »Er weiß gar nicht, welch ein Glück er hatte, dass er es nicht lesen konnte. Stell dir nur vor, wenn er als Sterblicher laut daraus vorgelesen hätte. Ich will mir gar nicht vorstellen, was mit ihm passiert wäre.«
»Könnte es schlimmer sein als sein Tod?«
»Denke nicht.«
»Dann hat er in meinen Augen kein Glück gehabt. Denn soeben hat er ganz offiziell seinen Tod kennengelernt.«
Clare blickte verlegen zu Boden. »Daran habe ich gar nicht mehr gedacht.«
»Lass gut sein. Wie sieht es aus, wollen wir heute essen gehen? Ich hätte Lust auf Büfett.«
Ihre Freundin hob die linke Braue an. »Essen? Büfett? Heißt das, wir gehen tanzen?«
»Du kennst mich einfach zu gut«, kicherte Diana.
Sie liefen zum Auto und fuhren zum Haus des Covens, wo Clare das Buch einer der Ältesten überreichte. Danach verschwand Diana mit Clare in deren Zimmer. Sie suchten etwas Schickes, Anrüchiges zum Anziehen heraus und warteten bis zur Öffnung des Clubs.
Als sie knapp eine Stunde später dort ankamen, winkte sie der Türsteher sofort durch. Es hatte Vorteile, zu den VIP-Besuchern zu gehören – oder hatte es etwas mit der Stimme in seinem Kopf zu tun, die ihm befahl, die zwei hübschen Ladys durchzulassen? Diana zwinkerte dem Muskelprotz kess zu, während er sie verklärt anschaute.
Drinnen war einiges los. Der Bass bestimmte den Schlag ihres Herzens und die Melodie ihren Gang. Diana hob die Arme zum Tanz, wobei sie darauf achten musste, dass das Leder-Top nicht zu weit nach oben rutschte. Schließlich gab die Hotpants schon genug von ihren Arschbacken frei, da sollte sie ihre Brüste lieber verdeckt lassen.
Ihre Hexenfreundin war bereits in der Masse verschwunden, als sie von einer jungen Frau angesprochen wurde. »Möchtest du mit mir tanzen?«
»Tun wir das nicht bereits?«
»Mir fiel nichts Besseres ein, um dich anzusprechen.«
Beide mussten über diesen plumpen Gesprächseinstieg lachen und begannen, ihre Körper intensiver zur Musik zu bewegen. Diana trat einen Schritt weiter nach vorn, drehte die blonde Schönheit und drückte ihren Unterleib an deren Hintern, um sich weiter in den Wogen des Sounds zu bewegen. Sie fuhr mit ihrer Hand an deren Oberschenkel entlang bis zu den Rippen und wieder hinunter. Woge um Woge. Diana nahm den Geruch der Erregung von diesem süßen Happen wahr und beugte sich zu ihr. »Hättest du Lust auf einen Drink?«
»Gern.«
Beide verließen die Tanzfläche, doch statt zur Bar zog sie die junge Frau hinter sich her.
»Willst du mein Geheimversteck sehen? Dort ist man ganz allein und ungestört. Und kann so manches anstellen.«
Die blonde Frau lächelte und willigte ein.
Doch plötzlich blieb Diana stehen. »Wie heißt du eigentlich?«
»Mein Name ist Lemon.«
»Wie die Frucht?«
»Ja, mein Vater war wohl sauer, dass meine Mutter schon wieder ein Mädchen zur Welt gebracht hatte.«
Diana lachte und zog das Früchtchen weiter hinter sich her, bis sie in ihrem Geheimversteck – einer kleinen dunklen Nische neben dem Vorratsraum – ankamen.
»So, Süße, du setzt dich jetzt hier brav auf die Kiste und ich kümmere mich um den Rest.« Das junge Ding wollte sich gerade setzen, als Diana ihr noch schnell den Minirock über den Hintern hochzog. »So ist brav. Jetzt öffne deine Schenkel, ich will sehen, wie feucht du für mich bist.«
Lemon spreizte ihre Beine und Diana sah anhand des feuchten Stoffes des Höschens, wie sehr sich die junge Frau auf dieses Spiel freute. Sie schob den Slip zur Seite und begutachtete das rasierte Möschen. Einen Fingerstreich später sah sie die pochende Perle zwischen den Schamlippen.
...
Nachdem sie ihre Freundin am Hexenzirkel abgesetzt hatte, fuhr Diana in ihr Heim. Dort nahm sie sich ein bauchiges Glas und goss sich einen Schluck ihres hundertjährigen Whiskeys ein. Damit nahm sie auf ihrem Lieblingssessel Platz, schwenkte das rauchige Gold vorsichtig im Glas und verlor sich darin.
Sie war zu Besuch bei einem ihrer Brüder. Dieser gehörte zu den erstgeborenen von Lilliths Kindern und weilte schon eine Ewigkeit auf Erden. Menschen würden zwar behaupten, sie sei genauso eine alte Seele, aber ihr Bruder hatte da doch einige Jahre Vorsprung. An seiner Seite lebte ein gut aussehender Vampir. Dieser war sehr von sich überzeugt und hatte auch Grund dazu. Er gehörte damals schon zu den Mächtigsten und strahlte es mit jeder Faser seines Körpers aus.
Leider war dieser Kerl auch sehr charmant und wenn er wollte, auch liebenswert. Wobei er die meiste Zeit damit verbrachte, Diana mit seiner Art in den Wahnsinn zu treiben.
Sie fühlte immer noch diesen Moment, als sie auf freiem Feld gestanden hatten, er ihr die Sterne erklärt und sich ganz nah zu ihr gebeugt hatte. Sie war so naiv gewesen, hatte die Augen geschlossen und ihre Lippen gespitzt. Das Resultat war, dass er ihr unsanft ins Gesicht pustete und sich mit der Aussage »Da war ein Käfer« herausredete. Sie könnte heute noch wetten, dass da kein Insekt im Spiel gewesen war.
Nun kam der Schmerz in ihrer Brust wieder hoch.
Sie kam aus ihren Gemächern und suchte Gesellschaft. Als sie an Damons Zimmer vorbeiging, blieb sie stehen und drehte ihren Blick in Richtung der Geräusche. Sie sah ihn nackt vor sich auf Kissen gebettet, drei nackte Weiber machten sich über seine Vorzüge her. Sie leckten seinen harten Schwanz, lutschten seine Eier, knabberten an seinen kleinen Nippeln. Tränen stiegen in ihren Augen auf und in ihrer Kehle wurde es eng. Als sich eine dieser Weiber auf sein Glied niederließ, hob er seinen Kopf, packte die Frau an ihrer kurvigen Hüfte und trieb seinen Schaft tief in ihr Fleisch – bis sich Damons und Dianas Blicke trafen.
»Diana …«
Sie schüttelte schmerzlich den Kopf und rannte hinaus in die Nacht.
Warum traf es sie nur so sehr? Wer war er schon? Sie wusste die Antwort längst. Er war ihre erste und unerwiderte Liebe.
Kurz vor Sonnenaufgang kam sie zurück und lief direkt in ihre Gemächer. Sie hatte keine Lust, auch nur irgendjemanden zu sehen. Doch das Schicksal nahm keine Rücksicht auf sie.
Von ihrem Bett erhob sich ein Schatten.
»Was machst du hier? Warten deine Weiber nicht auf dich?«
Er kam auf sie zu, ohne ein Wort zu erwidern. So stand er vor ihr, nur mit einer ledernen Hose bekleidet. Sein nackter Oberkörper offenbarte seine ausgeprägten Muskeln. Ein dünner Haarstreifen führte von seinem Nabel hinab unter den Hosenbund. Damon legte ihr den Zeigefinger unter ihr störrisches Kinn und hob ihr Gesicht an. Sie versuchte, ihn böse anzuschauen, war aber auf das Kommende nicht gefasst. Er lächelte sie an und im nächsten Moment berührten seine Lippen die ihren. Es war ein zärtlicher Kuss, der sie all ihren Groll vergessen ließ. Als er dann noch seine Zunge in ihren leicht geöffneten Mund schob, um mit ihrer zu spielen, war es um sie geschehen. Die Leidenschaft ließ sie mutiger werden und sie vergrub ihre Finger in seinem schwarzen Haar, um ihren Kuss zu intensivieren. Damon verstand, hob sie auf seine Hüfte und trug sie zum Bett. Er legte sie auf die mit Stroh befüllte Unterlage und sich auf ihren willigen Körper. Unter seinen Küssen löste er den Stoff, der ihre nackte Haut verbarg, und küsste sich vom Hals zu den Brüsten. Er streichelte mit seinen Fingerspitzen über ihre weiche Haut, leckte über ihre Brustwarzen und biss zärtlich zu. Diana bäumte sich unter seinen Berührungen auf. Damon ließ seine Hand an ihrer Seite hinabgleiten, bis sie zwischen ihren Schenkeln versank. Noch nie hatte sie ein Mann dort berührt.
Mit seinem Bein drückte er ihre Schenkel etwas auseinander, sodass er seine Hand auf ihre Scham legen konnte. Seine Finger fuhren über ihre Schamlippen.
***
Schwärze umgab sie und noch mehr Lust durchflutete sie. Jeder Sog seiner Lippen an ihrem Hals reizte ihre Gier von Neuem. Und als er mit seinen Fängen von ihr abließ, fing er erneut an, in sie zu stoßen.
Damals hatte sie zum ersten Mal für ihn geschrien, heute war sie ihm in gewissen Dingen ebenbürtig.
»Herrin?« Ihr Diener Georg holte sie aus der Vergangenheit zurück.
»Ja.«
»Wir haben bereits Anfragen für das nächste Fest zu Ehren des Vollmonds. Soll ich eine Vorauswahl für Euch treffen oder möchtet Ihr das komplette Angebot begutachten?«
»Es sind ja noch einige Woche hin bis zur Orgie. Du kannst aber tatsächlich bereits eine Vorentscheidung treffen.«
»Möchtet Ihr ein Gleichgewicht der Geschlechter oder soll eines stärker vertreten sein?«
Sie dachte an ihren geschundenen Körper, der das Ergebnis eines Männerüberschusses bei der letzten Orgie war. Sie lächelte süffisant. »Schau dieses Mal, dass es ausgewogen ist.«
»Ja, Herrin.« Er verbeugte sich und verließ das Zimmer.
Diana erhob sich aus ihrem Sessel, schüttete den Whiskey zurück in die Flasche und begab sich zur Ruhe.
***
Als sie wieder erwachte, hatte sie immer noch das Bild der blauen Augen des Antiquaren vor sich, das sie in ihren Träumen verfolgt hatte. Sie suchte in ihrer Hosentasche nach seiner Visitenkarte und fand sie auf Anhieb. Dein Name ist also Adam Moonlight. Wie passend.
Sie schaute auf die Uhr, es war bereits nach vier Uhr nachmittags. Ein Blick durch einen Spalt des Vorhangs zeigte ihr, dass es wolkenverhangen und regnerisch war. Also bräuchte sie nicht einmal eine Sonnenbrille, um das Haus zu verlassen.
Sie sprang unter die Dusche, legte ein leichtes Make-up auf und wühlte ihr Haar unter dem Föhn durch. Etwas Haarspray und ihre Strähnen hatten den perfekten Wuschellook. Sie wählte eine enge Jeans, Spaghettiträger-Top und Lederjacke. Und natürlich ihre Chucks. Sie löste sich auf und materialisierte sich wieder in ihrer Garage. Dort überblickte sie ihren Fuhrpark und überlegte, welches Gefährt sie heute nehmen sollte.
Schließlich entschied sie sich für ihren weißen Audi R8.
Diana fuhr in die Stadt und parkte ihren Sportwagen gegenüber des Antiquariats. Sie ging über die Straße und blieb kurz vor der Eingangstür stehen. An der Scheibe hing ein Schild: Komme gleich wieder.
»Was mache ich hier nur?«
»Ich würde sagen, Sie holen sich den versprochenen Wiedergutmachungskaffee.«
Sie drehte sich zu der Stimme um. »Hallo Mister Moonlight.«
Er schaute sie skeptisch an. »Hallo Miss …«
»Nennen Sie mich Diana.«
»Dann bestehe ich aber auch auf Adam.«
Sie streckte ihm ihre Hand entgegen, die er sogleich ergriff.
Als sich ihre Finger berührten, war es, als hätte sie einen leichten elektrischen Schlag abbekommen, der eine wohlige Gänsehaut bei ihr auslöste. »Na, da hat es wohl gefunkt«, überspielte sie diesen seltsamen Moment.
Er ging an ihr vorbei, öffnete seine Ladentür und bat sie hinein.
»Darf ich mich schon etwas umsehen?«
»Natürlich. Ich komme gleich zu dir.«
Diana lief direkt auf den Bereich der Mythen zu. Dort angekommen begutachtete sie die Buchrücken der alten Werke. An den verschiedenen Bindetechniken erahnte sie, wie alt diese Schätze sein mussten. Die Bücher waren nach Thematik sortiert – von »Hexerei und Zauber« über »Satan- und Dämonenkult« bis zu »Vampire und andere Wiedergänger«. Etwas empört zog sie die Augenbrauen zusammen. Wie konnte man ihresgleichen nur so grob untergliedern, da gab es doch so einige filigrane Unterschiede.
Diana nahm eines der Bücher aus der Sparte »Vampire und andere Wiedergänger« heraus. Es war dick und schwer, das Leder fühlte sich alt und weise an. Sie öffnete es, fuhr ehrfurchtsvoll mit den Fingerspitzen über das Pergament. Die Zeilen waren in Althebräisch geschrieben und sie verlor sich in ihrem Inhalt.
»Ja, dieses Buch ist ein wahrer Schatz«, flüsterte Adam ihr zu.
»Oh, ich war so vertieft ins Lesen, dass ich dich gar nicht bemerkt habe.«
»Du warst vertieft ins Lesen? Heißt das, du kannst Althebräisch?«
Na, Diana, jetzt bau dir mal eine passende Vita auf, verhöhnte sie ihr Intellekt. »Ich interessiere mich für Vergangenes und habe einige Semester alte Sprache belegt.«
Er schaute sie skeptisch an. »Dann wird das wohl so gewesen sein.« Er beugte sich zu ihr und blätterte einige Seiten weiter. »Hier ist etwas Interessantes. Hast du gewusst, dass Adam und Eva nicht das erste Pärchen waren, sondern Eva nur die zweite Wahl? Das Weib, das Gott als Erstes für Adam schuf, hieß Lillith.« Er grübelte etwas. »Wenn Lillith sich durchgesetzt hätte, hätte Emanzipation nie erfunden werden müssen, sondern wäre von Anbeginn gelebt worden. Aber ich schweife ab.«
Diana lächelte über seine Meinung und hörte seinen Ausführungen weiter zu.
»Also, Lillith war eine sehr toughe Frau. Adam nervte sie wohl recht schnell und das Paradies forderte sie zu wenig. So rief sie Gott an, um etwas an ihrer Situation zu ändern. Anscheinend vergriff sie sich etwas im Ton und Gott verbannte sie aus dem Paradies – aber nicht, ohne sie zu bestrafen. Er gab ihr Hörner und ledrige Flügel, auf dass sie nie wieder einen Mann finden und die Reue sie von innen heraus aufzehren sollte. Gott rechnete aber nicht mit ihrer Stärke und ihrem Selbstbewusstsein. Lillith fand doch einen Liebsten in Form eines Dschinns. Kurz darauf bekamen sie ihre ersten Kinder.« Seine Stimme wurde weicher und war nur noch ein Flüstern. »Gott sann nach weiterer Strafe und schickte seine Erzengel, um ihre Nachkommen abzuschlachten. So viele mussten im Kindesalter sterben. Nur wenige überlebten und die erste Generation der gebürtigen Vampire war geschaffen …« Adam atmete einmal schwer ein und hob wieder seine Stimme. »Wenn man der Überlieferung glauben mag, müssten Jahrtausende alte, geborene Vampire auf der Erde wandeln. Und nur sie sind imstande, Menschen zu ihresgleichen zu machen.«
»So was aber auch. Ich glaube nicht alles, was ich lese. Du etwa?«
Sein Gesicht kam ihrem gefährlich nah. »Ich glaube, dass es viel mehr auf dieser Welt gibt, als wir mit unserem kleingeistigen Gehirn begreifen können.«

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