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Unterwerfung | Erotischer Ratgeber

(25)

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Dieses E-Book entspricht 128 Taschenbuchseiten

Auch in der unterwürfigen Rolle kannst du deinen Teil dazu beitragen, ein SM-Spiel zu einer großartigen Erfahrung für beide Seiten zu machen. Dieser Ratgeber verrät dir alles, was dazu wichtig ist. Unter anderem erfährst du, wie du dafür sorgst, dass deine eigenen Vorstellungen nicht zu kurz kommen, wie du den passenden Partner findest und wie du sicherstellst, dass dir nichts Ernsthaftes passiert. So kannst du es als erotisches Erlebnis genießen, wenn du dich einem anderen Menschen ganz und gar auslieferst.

Herzliche Grüße
Arne Hoffmann

Unterwerfung | Erotischer Ratgeber

von Arne Hoffmann

Worin bestehen die Aufgaben
eines unterwürfigen Partners?
Man könnte die Frage nach deinen Aufgaben kurz und knapp damit beantworten, dass du den Anordnungen und Wünschen deines Partners zur Verfügung zu stehen hast. Wenn ein neues Schlaginstrument geholt oder ein benutztes gereinigt werden soll, wenn dein Herr etwas zu trinken haben oder seine Füße massiert haben möchte oder wenn er Lust hat, dich auszupeitschen, dann hast du ihm für all diese Dinge zur Verfügung zu stehen.
Aber wenn es so einfach wäre, könnte man die Frage stellen: Wenn ein »Sklave« die Kontrolle über das Spiel komplett an seinen Partner abgibt – wieso braucht man dann überhaupt noch einen eigenen Ratgeber für diese Unterwerfung? Es ist ja doch der Dominante, der das gesamte Spiel plant, der erklärt, wo‘s lang geht und über alles entscheidet?
Um dieses Missverständnis zu vermeiden, habe ich im letzten Abschnitt davon gesprochen, dass man als Sklave die Kontrolle »weitgehend« – nicht »völlig« – aus der Hand gibt. Objektiv betrachtet treffen sich, wenn du deinem »Herrn« oder deiner »Herrin« begegnest ja zwei Menschen mit gleichen Rechten, die sich miteinander auf eine bestimmte Form der Beziehung einigen. Das machst du ja, weil du dir von dieser Beziehung etwas Bestimmtes versprichst. Wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden, dürfte das Ganze für dich reizlos sein. Andernfalls könntest du dich auch rein zufallsmäßig jedem X-Beliebigen unterwerfen.
Vielleicht sieht das Ganze in deinen erotischen Phantasien anders aus. Dort wirst du wirklich von einem strengen Menschen unterworfen, der dich dazu zwingt, die übelsten Dinge zu tun. Aber diese Phantasien werden von dem beeinflusst, was dich insgeheim reizt. Kein Unterwürfiger hat sexuelle Phantasien davon, zu Dingen gezwungen zu werden, die er entweder wirklich abstoßend findet oder die sein Lustzentrum völlig unberührt lassen (also beispielsweise es mit Leichen zu treiben oder zwölf Stunden lang Monopoly spielen zu müssen). Und vermutlich möchtest du auch nicht zu Dingen gezwungen werden, die ernsthaft riskant sind oder dich dauerhaft schädigen (zum Beispiel Sex auf dem Fensterbrett im vierzehnten Stock oder dir einen Finger abhacken zu lassen).
Ich habe hier Extrembeispiele gewählt, um etwas zu verdeutlichen: Die Lustphantasie von einem Partner, der sich uns einfach nimmt, um seine Lust zu befriedigen, ohne nach unseren Interessen zu fragen, bringt viele in Wallung. Und ein Satz wie »Mach mit mir, was du willst« hört sich scharf an. Es hat nur nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Wenn du dich tatsächlich so verhalten würdest, würdest du verschiedene unnötige Risiken eingehen. Etwa dass du deinen Partner ratlos bei der Frage zurücklässt, was er am besten mit dir anstellt, damit das Ganze für dich auch ein geiles Erlebnis wird. Sobald er etwas tut, was dir nicht zusagt – meinetwegen dir ins Gesicht zu pinkeln – dann darf er sich auf die Reaktion einstellen: »Aber doch nicht das, du perverses Schwein!« Oder dass du ihn dadurch frustrierst, dass du wirklich alles mögliche mit dir anstellen lässt, ohne besondere Reaktionen zu zeigen – bis du urplötzlich feststellst, dass dir das alles echt keinen Spaß mehr macht und die Beziehung abbrichst. Oder dass du solche Leute anziehst, die dich generell nicht als Menschen mit gleichen Rechten wahrnehmen und dich auf eine Weise missbrauchen, die dir alles andere als gut tut. Ich kenne aus erster Hand mehrere Berichte von SM-Beziehungen, die sich zu Missbrauchsbeziehungen entwickelt haben, weil der Dominante dachte, er könne seinem Sklaven wirklich jede Form von Gewalt antun, die ihm gerade durch den Kopf brauste.
Solange dir dein Partner also keinen echten Zwang antut – dich etwa gegen deinen Willen entführt oder gefangen hält – habt ihr beide gleichermaßen die Verantwortung dafür, dass euer Spiel miteinander besonders lustvoll wird.
Damit sind deine Hauptaufgaben als Unterwürfiger schon mal klar umrissen: Du solltest deine Wünsche und vor allem deine Grenzen kennen und du solltest sie gegenüber deinem Partner klar kommunizieren können. Damit tust du nicht nur dir selbst, sondern auch deinem Partner einen Gefallen. Denn zum einen wird er dir schon, selbst wenn er ein Egoist wäre, schon deshalb entgegen kommen, um dich als Lover nicht zu verlieren. Zum anderen sind die meisten Liebhaber von dominantem Sex sehr an einem Partner interessiert, der eine eigene Haltung hat und entsprechend Feedback gibt. Andernfalls könnten sie es auch gleich mit einer Gummipuppe treiben.
Möglicherweise wendest du an dieser Stelle ein: »Hey, ich lese diesen Ratgeber, weil ich neu in dem Job bin! Ich habe kaum Erfahrung mit so was und deshalb weiß ich doch noch gar nicht, wo genau meine Grenzen verlaufen. Und einem anderen Menschen zu erklären, dass man von ihm gerne als Möbelstück oder Haustier benutzt werden möchte, ist für einen Anfänger auch extrem schwer.«
***
Worauf solltest du bei deinem ersten Treffen mit einem möglichen Partner achten?
Bei dieser Überlegung sind vor allem zwei Aspekte wichtig: Wie sollte dieses Treffen ablaufen, damit dir dabei nichts passiert? Und wie gewinnst du dabei eine möglichst realistische Einschätzung von deinem potentiellen Partner?
Die erste dieser Fragen, die die Sicherheitsaspekte betrifft, gehst du vermutlich unterschiedlich an, je nachdem ob du ein Mann oder eine Frau bist. Wahrscheinlich ist dein Bedürfnis nach Sicherheitsmaßnahmen, wenn du weiblich bist, deutlich höher. Ganz selbstverständlich ist das nicht, denn auch Männer können Opfer sexueller Gewalt werden. Insbesondere wenn du gefesselt und geknebelt bist, hilft dir eine größere Körperkraft nicht viel.
Aber auch, wenn man solche Geschlechterfragen beiseite lässt, ist deine Risikobereitschaft abhängig von deinem Naturell. Bei den folgenden Tipps gehe ich davon aus, dass du ein hohes Interesse daran hast, dich zu schützen. Wenn du den einen oder anderen Ratschlag allzu paranoid findest oder dir unwohl dabei ist, deinen möglichen Partner wie einen möglichen Schwerverbrecher zu behandeln, kannst du diesen Tipp ja einfach überspringen. Dann sollte dir aber auch bewusst sein, dass du einem Restrisiko damit mehr Spielraum lässt. Das bedeutet nicht, dass du im Fall eines Übergriffes selbst Schuld daran hättest – die Schuld trägt immer der Täter – sondern dass du dir vorher gut überlegst, welches Maß an Vorsicht du für am sinnvollsten hältst.
Empfehlen würde ich in jedem Fall, den Sicherheitsaspekt nicht zu überspringen, auch wenn deine erotischen Wunschphantasien, deine Nervosität, der Gedanke daran, wie du auf diesen Menschen wirken könntest, und zig andere Dinge sich mehr in den Vordergrund deines Denkens schieben dürften. Wisch solche Überlegungen nicht auch nur deshalb beiseite, weil dein potentieller Partner am Telefon oder per Mail einen so großartigen Eindruck auf dich gemacht hat. Fakt ist: Es ist eure erste Begegnung, und du kennst ihn noch immer so gut wie gar nicht.
Euer allererstes Treffen sollte sinnvollerweise an einem öffentlichen Ort stattfinden – am besten einem, wo dich wohlfühlst oder zumindest gut auskennst. So lange ihr euch unter vielen Menschen befindet, ist das Risiko eines Übergriffes minimal. Wenn du besonders vorsichtig sein willst, kannst du zuerst mal einen guten Freund mitbringen, damit er dein Date ebenfalls kennenlernt. Aber ich gebe zu, dass diese Maßnahme schon sehr misstrauisch wirkt und dem Entstehen einer romantischen oder erotischen Stimmung stark abträglich ist.
Du triffst dich mit deinem möglichen Partner an eben jenem Ort und lässt dich nicht von ihm in deiner Wohnung abholen oder nach dem Treffen dorthin bringen. Andernfalls könntest du dich mit deinem Date auch gleich in deiner Wohnung treffen, Selbst wenn du dir fest vorgenommen hast, ihn vor deiner Tür zu empfangen – wie willst du damit umgehen, wenn er behauptet, viel Kaffee getrunken zu haben und ganz dringend deine Toilette benutzen zu müssen? Wenn du nicht grob unhöflich bist, hast du ihn schon in deiner Wohnung.
Unglücklich ist es auch, wenn du alleine nicht wieder zu deiner Wohnung zurückkommst – etwa weil du mit einem öffentlichen Verkehrsmittel zu dem Treffen gekommen bist, ihr euch verquatscht habt und jetzt kein Bus mehr zu dir zurück fährt. Wenn du in das Auto eines Fremden steigst, hält ihn wenig davon ab, dich stattdessen zum Beispiel in ein abgelegenes Waldstückchen zu bringen. Und wenn er dort plötzlich mit dir einen ersten körperlichen Kontaktversuch unternimmt, bist du in einer ganz blöden Situation. Es kann zum Beispiel sein, dass du dich scheinbar »freiwillig« darauf einlässt, nur um keinen Streit zu provozieren und mitten im Wald ausgesetzt zu werden. Danach bist du dir womöglich sogar selbst nicht sicher, ob du gerade vergewaltigt worden bist oder nicht.
Auf genau so eine Situation kann es dein Date durchaus angelehnt haben. Während die wenigsten Dominanten Psychopathen und Gewaltverbrecher sind, finden sich unter ihnen durchaus Menschen, die andere Leute gerne manipulieren. Vielleicht ist dem betreffenden Menschen, der so etwas mit dir anstellt, selbst gar nicht richtig klar, dass er dich damit zu Sex nötigt, obwohl du noch gar nicht bereit dazu bist.
Um auf unerwartete Entwicklungen reagieren zu können, hilft es außerdem, wenn du dein Handy dabei hast.
Bei diesem ersten öffentlichen Treffen bleibst du möglichst nüchtern und lässt deinen Drink nicht unbeobachtet stehen. Die Gefahr, dass dir jemand heimlich eine sogenannte »Vergewaltigungsdroge« wie Rohypnol in dein Getränk schüttet, ist nicht riesig, aber auch nicht auszuschließen. Du lässt auch nichts unbeobachtet auf dem Tisch liegen, was einem Fremden die Möglichkeit gibt, an deine Adresse zu kommen. Er bringt dich auch nicht zu deinem Auto. Sinnvoller ist es schon, wenn du ihn zu seinem Auto bringst (solange es nicht an einem dunklen, schwer einsehbaren Ort geparkt ist) und mit deinem Handy vielleicht eine Aufnahme des Nummernschildes machst. Du kannst dein Date auch bitten, eine Kopie seines Führerscheins mitzubringen und dir zu geben.

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